Innovationen

Bald wird Elektronik dehnbar wie Gummi


Kautschuk-Spezialisten richten Blick mit vielen neuen Ideen nach vorn

Nürnberg. Rot, Grün, Blau oder klassisches Schwarz – die Farbpalette bietet, was das Herz begehrt. Auf der Internationalen Kautschuk-Tagung zeigte Phoenix Compounding Technology die gesamte Bandbreite an Kautschukmischungen.

Gleich gegenüber die Stände von Albis Plastic, KraussMaffei Berstorff, Troester, Wagu Gummitechnik oder auch der Freudenberg Forschungsdienste. Die Branche gab sich ein Stelldichein – und zeigte sich hoch innovativ. Auf der Internationalen Kautschuk-Tagung trafen sich die Spezialisten aus Europa und diskutierten über die Zukunft des Rohstoffs.

Wer wissen wollte, wohin die Reise geht, bekam spannende Antworten. STELLA (Stretchable Electronics for Large Area Applications) ist ein EU-Projekt, das sich mit der Entwicklung dehnbarer Elektronik für großflächige Anwendungen beschäftigt. Die Freudenberg Forschungsdienste KG ist da­bei federführend.

Schuheinlagen für Diabetiker

Elektrisch leitfähige und flexible Kunststoffe gibt es bereits  einige. Aber dehnbar wie ein Gummi sind sie bislang nicht. Die Ingenieure haben mit Partnern eine Schuheinlage entwickelt, die frühzeitig auf Durchblutungsstörungen bei Diabetes-Patienten aufmerksam machen kann. „Wir sind dem Ziel, eine bequeme, körpergerechte und dehnbare Elektronik zu entwickeln, schon sehr nahe gekommen“, so Christo­pher Klatt von den Freudenberg Forschungsdiensten.

Den Alltag erleichtern

Diese Technik hilft übrigens auch, früh geborene Babys zu überwachen oder Puls, Temperatur und Kalorienverbrauch zu messen. Klatt: „Das ist nicht nur in der Medizin-, sondern auch im Fitness- und Gesundheitsbereich gefragt.“

Szenenwechsel: Meeresboden. Kautschukfirmen wollen helfen, wertvolle Manganerze möglichst naturverträglich mehrere Tausend Meter unter dem Meeresspiegel abzubauen. Oder auch, um mit dem Einsatz von flexiblen Faltenbälgen in Linienbussen behinderten Menschen die Bewältigung des Alltags zu erleichtern.

Ein anderes Beispiel sind Windkraftanlagen. Wichtig ist, dass die Rotoren mit möglichst wenig Reibung beweglich bleiben und der Turmkopf drehbar.  Arbeiten an solchen Windkraftanlagen müssen teilweise in 70 Metern Höhe am Seil hängend erledigt werden.

Ein elektronisches System entdeckt undichte Stellen und sendet die Informationen an den Betreiber oder Wartungsspezialisten. Je nach Schaden kann der Wartungsspezialist nun entscheiden, wann die Dichtung zu reparieren ist.

Mit Innovationen punkten

Keine Spur von Krise? Doch. Einbrüche haben so gut wie alle Firmen zu verzeichnen. Und natürlich auch ihre Zulieferer. Der Kunststoff- und Gummi-Maschinenbau rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang von 40 Prozent.

Doch es scheint Licht am Ende des Tunnels. „Das Projektgeschäft der letzten Wo­chen lässt auf eine stabilisierende Situation im Herbst 2009 hoffen“, sagt Jan-Udo Kreyenborg, Vorsitzender des Fachverbandes Kunststoff- und Gummi-Maschinenbau. Zu den langjährigen Partnern der Gummi-Branche zählt auch KraussMaffei Berstorff. „Da jede Krise auch ein Ende hat und man dann mit Innovationen punkten muss, wird überall aktuell an der Zukunft gearbeitet“, sagt Verfahrenstechniker Da­niel Meyer vom hannoverschen Maschinenbauer. Die Projektanfragen nehmen zu. Extruder sind gefragt, die Kautschuk und Kunststoffe „kontinuierlich mischen“.

Die Tagung gab ein klares Signal: Selbstbewusst und zuversichtlich stellt sich die Branche gerade in der Krise.

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