Arbeitsmarkt

Ausweg: Jobs!


Was Wirtschaftsexperten zum brisanten Thema Jugendkriminalität sagen

München/Berlin. Ganz Deutschland redet über die Welle von jugendlicher Gewalt gegen Passanten. Woher kommt diese Brutalität?

Die harten Zahlen der Polizeistatistik: Es gibt 16 Prozent mehr Gewaltdelikte als 1997, der Anstieg verläuft bei Deutschen und Ausländern parallel. Und 43 Prozent der Tatverdächtigen sind unter 21!

Die tiefere Ursache sind „verpasste Bildungschancen“, sagt  Ministerin Annette Schavan: „Das wirkt gravierend auf die Perspektiven, das Selbstbewusstsein leidet, die Gewaltbereitschaft steigt.“

Arbeitslosigkeit stark rückläufig

Kein Job, kein Bock, keine Hemmungen: Diesen Zusammenhang sieht auch der Wirtschaftsprofessor Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner Ifo-Instituts. Er fürchtet Verhältnisse wie in Frankreich, wo sich Jugendliche Straßenschlachten mit der Polizei liefern. Hohe Jugendarbeitslosigkeit sei dort „mittelbar verantwortlich für die gewalttätigen Ausschreitungen“.

Sein Professoren-Kollege Horst Siebert (13 Jahre einer der „Fünf Wirtschaftsweisen“) ergänzt: Die „arbeits- und orientierungslosen Jugendlichen in den Randbezirken großer französischer Städte“ sollten der deutschen Politik warnendes Beispiel sein. „Die ist dabei, für eine solche Entwicklung auch bei uns den Grundstein zu legen.“

Zwar lief es zuletzt gut: Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 fiel seit Anfang 2005 um 260.000 – das sind 41 Prozent!

Doch jetzt droht eine schlimme Trendwende: durch den „Mindestlohn“. Wenn Arbeit erst ab 8 Euro pro Stunde erlaubt ist, wie jetzt für die Post beschlossen und für weitere Branchen geplant, dann landen viele junge Leute auf der Straße. Vor allem die Ungelernten: Jährlich 80.000 brechen die Schule ab; 1,3 Millionen unter 30-Jährige haben keine Ausbildung.

Das renommierte Forschungsinstitut OECD in Paris urteilt: „Hohe Mindestlöhne schließen noch mehr Ungelernte vom Stellenmarkt aus.“ Nicht von Einkommen, dafür sorgt die Stütze. Aber von einem geregelten Alltag. Und von dem selbstbewussten „Ich habe Arbeit!“

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