Wirtschaftslexikon

Außenwert


Der Außenwert einer Währung gibt an, wie viel ausländisches Geld man fürs heimische bekommt. Er wird also durch den Wechselkurs bestimmt, den Preis einer Währung. Der Außenwert im engeren Sinn misst sich daran, was nach einem Umtausch der eigenen Währung im Ausland dafür zu kaufen ist. Ist das mehr als daheim, übersteigt der Außenwert den sogenannten Binnenwert einer Währung. Ist die Menge an Gütern identisch, sprechen Experten von einer Kaufkraftparität.

Wechselkurs und Außenwert einer Währung verändern sich ständig und sind das Ergebnis von Angebot und Nachfrage auf den sogenannten Devisenmärkten. Wenn der Wert einer Währung steigt, sprechen Experten von einer Aufwertung. Das Gegenteil ist die Abwertung.

Eine Währung wertet zum Beispiel auf, wenn ein Wirtschaftsraum für ausländische Investoren attraktiv ist und hohe Renditen zu erwarten sind. Die Investoren müssen für ihre Geschäfte dann die dortige Währung nachfragen. Das treibt deren Preis in die Höhe. Gleichzeitig gilt: Ziehen Kapitalgeber ihr Geld aus einem Wirtschaftsraum ab, drücken sie damit den Kurs der Währung nach unten.

Einen großen Einfluss auf den Außenwert einer Währung hat auch die Politik der heimischen Notenbank. Sie kann etwa mit niedrigen Leitzinsen oder Anleihekäufen Geld in die Wirtschaft pumpen. Das größere Geldangebot wirkt sich zwangsläufig auf den Wechselkurs aus: Die Währung wird weicher, verliert also gegenüber anderen Währungen an Wert.

Eine schwache Währung begünstigt Exporte

Eine schwächer werdende Währung mit einem niedrigen Außenwert trifft viele Verbraucher und Unternehmen, weil sie Importe verteuert. Das gilt für Urlaubsreisen und andere Dienstleistungen genauso wie für Konsum-Produkte und Vorleistungsgüter der Industrie. Auch für international gehandelte Rohstoffe wie Öl muss tiefer in die Tasche gegriffen werden, weil sie in der Regel in US-Dollar bezahlt werden.

Auf der anderen Seite hilft eine schwache Währung der heimischen Exportindustrie. Deutsche Unternehmen etwa zahlen einer Großteil ihrer Kosten in Euro, erlösen mit den Exporten in die USA aber Dollar. Wenn sie für einen Dollar nun plötzlich mehr Euro als bislang erhalten, steigt ihr Gewinn. Und sie haben nun mehr Spielraum, um ihre Preise zu senken – und damit ihr Geschäft anzukurbeln.

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