Fachkräfte-Mangel

Ausländer rein!


Torjäger Toni: Nicht nur dem Fußball, auch unserer Wirtschaft tun Auslands-Profis gut. Foto: Fishing4 Network

Wir brauchen mehr Typen wie Luca Toni

München/Nürnberg. Ist er bald schon wieder weg? Luca Toni, der Top-Scorer der Fußball-Bundesliga, wird angeblich vom AC Mailand umworben. Der sucht Ersatz für seinen  verletzten Superstar Ronaldo, meldet das italienische Blatt „Tuttosport“.

Der Kampf um die Plätze – das ist eben oft auch der Kampf um die besten Köpfe. Auch in der Wirtschaft! Wir wären kaum Exportweltmeister ohne „die besonderen Fähigkeiten ausländischer Fachkräfte“, betont Manfred Wittenstein, Chef des Maschinenbau-Verbands VDMA. Doch jetzt zeigt sich: Sie kommen kaum noch ins Land.

23.400 Personen erhielten letztes Jahr „einen Aufenthaltstitel zum Zwecke der Erwerbstätigkeit“, berichtet das Bundesamt für Migration in Nürnberg.

Das sind 32 Prozent weniger als noch im Jahr 2006!

Die Industrie macht sich nun ähnliche Sorgen wie der FC Bayern: Auch sie braucht ihre kleinen Luca Tonis. Ausländische Ingenieure zum Beispiel „sind durch die Kenntnisse ihrer Heimatmärkte für uns sehr wertvoll“, so Wittenstein, „nicht nur im Vertrieb, sondern schon bei der Produkt-Entwicklung“. Weil sie für mehr Geschäft sorgen, „ist es völlig falsch, sie als Konkurrenten zu unseren heimischen Spezialisten zu betrachten“. Unsere Zuwanderungsgesetze sind schädlich, warnt Willi Fuchs, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure: „Der Mittelstand schaut in die Röhre.“

Aus gesundem Eigeninteresse

Freien Eintritt haben bislang nur Bürger aus den 15 alten, westlichen EU-Ländern (so wie umgekehrt Deutsche dort). Alle anderen brauchen den „Aufenthaltstitel“, den die Beschäftigungsverordnung nur für streng geregelte Ausnahmefälle ermöglicht.

Das IAB-Institut, die Denkfabrik der Arbeitsämter, fordert einen Kurswechsel – zumal auch die Zahl der Asylbewerber gegen Null tendiert (2007: 19164). Motto: Ausländer rein, und wie schon in den 60er-Jahren aus gesundem Eigeninteresse. Damals holten wir „gezielt Arbeitskräfte mit geringer Qualifikation“, analysiert das IAB in einer neuen Studie. Jetzt bräuchten wir eine „gezielte Steuerung der Zuwanderung nach Humankapital-Kriterien“. Im Klartext: mehr ausländische Profis!

Zum Thema: „Der lange Marsch des Herrn Shu“

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