Tipp der Woche

Auf Pump?


Fotos: BMW, Caro, Eifrig (2), picture alliance/ MAXPPP; Montage: Eifrig

So rechnet sich ein Ratenkredit

Wer ein Girokonto hat, darf es meist überziehen – das verlockt dazu, sich Dinge zu kaufen, die man sich nicht leisten kann. Das geht schnell, ist einfach – und kann der erste Schritt auf dem Weg in die Schuldenfalle sein. Noch dazu ist es unnötig teuer.

Muss einmal mit so quietschenden Reifen gefahren werden, dass das Konto um mehr als zwei Gehälter ins Minus rutscht, ist ein „Konsumentenkredit“ die bessere Wahl. Der Zinssatz für die erlaubte Überziehung („Dispo“) liegt im Moment bei etwa 10 Prozent pro Jahr – und je nach Bank deutlich höher. Einen Konsumentenkredit oder „Ratenkredit“ gibt es ab 5 Prozent.

Je mehr man sich leihen will, desto wichtiger ist der Vergleich der Kosten. Dazu schaut man sich den „Effektivzins“ an: „Er weicht in der Regel von dem im Vertrag genannten Nominalzins ab“, warnt Sylvia Beckerle, Finanzfachfrau in der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Einfache Regeln

Denn der Effektivzins „enthält auch alle anderen Kosten, zum Beispiel die Bearbeitungsgebühren oder Kreditvermittlungskosten“. Die Regel lautet also: Je niedriger der Effektivzins bei gleicher Laufzeit, desto weniger kostet ein Kredit.

Außerdem gilt: Je kürzer die Laufzeit, desto niedriger der Zins. Grundsätzlich, so die Ex-pertin, sollte die Lebensdauer des auf Pump gekauften Gutes nicht kürzer sein als die Laufzeit des Darlehens: Wer einen Urlaub zwei Jahre abstottern muss, spürt von der Erholung schon lange nichts mehr, wenn die Schuldenlast noch immer drückt. Und wer noch einen Kredit offen hat, bekommt oft schwieriger den zweiten, der wirklich nötig wäre – etwa für eine Autofinanzierung.

Läuft ein Kredit sehr lange, steigt das statistische „Ausfallrisiko“. Dann verlangen viele Banken den Abschluss einer Restschuldversicherung: Sie springt ein, wenn der Kunde stirbt oder arbeitslos wird und daher das Darlehen nicht mehr zurückzahlen kann. Auch die Kosten so einer Police sind im Effektivzins enthalten.

Zeigt sich erst später, dass eine andere Bank ein besseres Angebot gemacht hätte, ist es meist noch nicht zu spät: Das Zauberwort heißt „Umschuldung“! Wer einen Ratenkredit aufgenommen hat, kann bereits sechs Monate nach der Auszahlung der Kreditsumme den Vertrag mit einer Frist von drei Monaten kündigen – und ein günstigeres Darlehen aufnehmen. Wegen der Bearbeitungsgebühr gilt aber: Damit sich der Wechsel rechnet, muss der Effektivzins des neuen Kredites deutlich niedriger sein.

Lohnende Umschuldung

Ein Umschulden lohnt sich vor allem bei langen Restlaufzeiten und bei hohen Kreditsummen. Am besten lässt man sich als Kreditnehmer seinen individuellen Fall von Experten durchrechnen.

Was kann ich mir leihen?

Um auszurechnen, bis zu welcher Höhe ein Darlehen problemlos zurückgezahlt werden kann, müssen von allen Einnahmen des Haushalts sämtliche laufenden Ausgaben abgezogen werden: für Benzin, Versicherungen, Nahrung, Kleidung, von der Miete bis zum Lohn für den Babysitter. So zeigt sich, ob am Ende des Monats noch genug Geld übrig ist, um die Raten für den geplanten Kredit zu zahlen. Ist das nicht der Fall, sollte man das Darlehen keinesfalls aufnehmen.

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