Energie

Auf der Suche nach dem Mix der Zukunft


Die Zukunft ist grün: Von 16 auf 80 Prozent soll bis 2050 der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in Deutschland steigen. So steht es im Energiekonzept der Bundesregierung vom Herbst 2010, das im Wesentlichen mit dem Klimaschutz begründet wird. Die Kernkraft ist in dem Konzept als „Brückentechnologie“ vorgesehen – und der letzte Meiler würde um das Jahr 2040 abgeschaltet. Doch nach dem Atom-Desaster im japanischen Fukushima im Frühjahr 2011 will die Regierung den Übergang zu den Erneuerbaren beschleunigen.

Weil Sonne und Wind naturgemäß nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen, wird zum Vermeiden von Blackouts das Speichern von Öko-Strom zur technischen Herausforderung. Auch müssten gewaltige Stromleitungstrassen gebaut werden, die etwa Offshore-Windstrom oder Sonnenstrom aus der Sahara in die deutschen Ballungsräume leiten. Der Ausbau der Öko-Energie schafft Chancen für den deutschen Mittelstand, sorgt aber zugleich für eine hohe Kostenbelastung: Die teure Förderung wird auf die Strompreise aufgeschlagen, was vor allem energieintensive Betriebe wie etwa Stahlwerke, Spinnereien und Zementfabriken an den Rand ihrer Belastungsfähigkeit bringt. Übrigens wird nach Ansicht vieler Experten die Entwicklung der Solartechnik durch die nach wie vor üppige Förderung eher behindert. Zu den weiteren Facetten des Ökostrom-Themas gehören zum Beispiel auch Meereskraftwerke und Biogas-Anlagen.

Bei aller Faszination der erneuerbaren Energien: Angesichts des schon heute absehbaren Engpasses in der Stromerzeugung werden auch fossile Energieträger noch jahrzehntelang eine wichtige Rolle spielen – zumal bei einem beschleunigten Atomausstieg. Die Reserven reichen noch für Generationen. Selbst unter deutschem Boden lagern noch in enormem Umfang Energieträger, etwa Steinkohle, aber womöglich auch rentabel zu förderndes Erdgas.

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