Kommentar

Auf das Wissen kommt es an


Dr. York Fusch Vorsitzender von NiedersachsenMetall. Foto: Verband

Der Physiker Albert Einstein, der Schriftsteller Thomas Mann und der TV-Star Harald Schmidt haben eines gemeinsam: Sie mussten in der Schule eine Klasse wiederholen. Ebenso Otto von Bismarck, der erste Kanzler des Deutschen Reichs, der vor 110 Jahren die Rentenversicherung einführte. Fernsehpfarrer Jürgen Fliege blieb gar dreimal sitzen, die Showmaster Günther Jauch und Stefan Raab brachen das Studium ab.

All das sind Beispiele: Die wirklichen Qualifikationen stehen nicht auf alten Zeugnissen – sie werden oft erst im Laufe eines langen Berufslebens erworben. „Wissen schlägt Intelligenz“, sagt die Lernforscherin Elsbeth Stern. Die Überflieger, denen in der Schule alles zufällt, bleiben im Beruf oft unter ihren Möglichkeiten, gerade weil sie es nicht nötig hatten zu pauken. Umgekehrt können auch Schüler mit miserablen Noten später groß rauskommen. Viele werden zum Beispiel gute Handwerker, weil sie ein Gespür für Technik und das richtige Händchen haben.

Die Unternehmen wissen, dass das Zeugnis eines Bewerbers nicht alles sagt. Und dass auch aus einem schlechten Schüler ein guter Mitarbeiter werden kann. Schon jetzt arbeitet jeder zweite Betrieb die Defizite der Auszubildenden auf. Nachhilfe ist vor allem beim Rechnen, Schreiben und Lesen nötig.

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang