Kosmetik

Auch Männer mögen Maske


Er legt heute Wert aufs Aussehen und gibt mehr für Kosmetik aus

Früher langten die Herren der Schöpfung schon mal heimlich ins Creme-Töpfchen der Freundin, um ihrem Aussehen nachzuhelfen. Jetzt stehen sie ganz offen zur maskulinen Pflege: Allein die Marke „Nivea for Men“ macht beim Kosmetik-Konzern Beiersdorf in Hamburg bereits 20 Prozent des Nivea-Umsatzes aus. Und wächst mit 18 Prozent pro Jahr viel schneller als der Markt.

Reichte vielen Herren früher ein Stück Seife, vielleicht noch Deo, Duschgel und Rasierschaum, greift das starke Geschlecht mittlerweile zu Bodylotion, Feuchtigkeits-Fluid, Anti-Falten-Creme und Selbstbräuner.

Umsatz mit Herren steigt um 16 Prozent

Männer haben keine Lust mehr auf gespannte Haut, fahlen Teint und Augenringe. Das lässt den Kosmetik-Markt boomen: Von 2003 bis 2008 legte der Jahresumsatz mit Cremes und Lotionen für den Herrn in Deutschland um 16 Prozent auf 881 Millionen Euro zu, so der Industrieverband Körperpflege und Waschmittel in Frankfurt. Dabei sind Deo und Duschgel nicht einmal eingerechnet. Bis 2011 soll der Weltmarkt für Herrenkosmetik 15,6 Milliarden Euro schwer sein, sagen die Marktforscher von Euromonitor International voraus.

Grund dafür dürften neben einem sich wandelnden Selbstbild des Mannes Stars wie Fußball-Nationaltrainer Jogi Löw sein. Der Bundestrainer hat Erfolg, sieht stets picobello aus und wirbt in TV-Spots als „Nivea-Model“ für „sauberen Wettkampf“. Solche Vorbilder lassen die Ansprüche vieler Männer an den eigenen Körper steigen.

„Besonders gefragt sind Pflegeprodukte, die den Mann frisch, gesund und erholt aussehen lassen“, beschreibt Marketingleiter Tim Berger vom Kosmetik-Unternehmen L’Oréal in Paris die Zielvorgabe für die Forscher, die an den Produkten für „ihn“ tüfteln.

Das ist nötig. Denn die männliche Haut ist um ein Fünftel dicker als die einer Frau, grobporiger und produziert mehr Talg. Sie kann mehr Feuchtigkeit einlagern und wirkt in jungen Jahren deshalb glatter. Ab 30 drohen jedoch Falten und ein müder Gesichtsausdruck.

Dagegen hilft Kosmetik mit Vitamin C und Koffein, so die Wissenschaftler von L’Oréal. Der Konzern steckt jährlich 600 Millionen Euro in die Erforschung von Haut- und Haarpflege – darunter auch in die des Herrn. Zumal „er“ andere Anforderungen an Kosmetik stellt: Cremes und Lotions etwa sollen schnell einziehen.

40 Euro im Monat für Cremes und Düfte

Und die Hersteller liefern: „Es gibt heute Pflegeserien für unterschiedliche Altersstufen und Hauttypen, aus denen Männer wählen können“, weiß Sonja Maraslis vom Naturkosmetik-Hersteller Weleda in Schwäbisch Gmünd.

Die Herren nutzen das wachsende Angebot: Im Durchschnitt gibt Mann 40 Euro im Monat für Gesichts- und Körperpflege sowie Duft aus, Tendenz steigend.

Was er dafür kauft? 15 Prozent der Herren greifen zu Selbstbräunern, 12 Prozent wagen sich an Abdeckstifte und Gesichtspuder, 3 Prozent sogar an Make-up. Das ergab jüngst eine Umfrage von Burda und dem Kosmetikverband VKE. Mann ist also ganz schön schönheitsbewusst heute.

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