Bundesliga

Arbeitsplatz Fußball-Stadion: So schafft der Profisport immer mehr Stellen

165.000 Beschäftigte arbeiten für die 36 Top-Klubs der Ersten und Zweiten Fuball-Bundesliga. Das sind mehr als die Bundesliga-Stadt Leverkusen an Einwohnern hat. Wie die Stadionmitarbeiter jobmäßig am Ball sind, lesen Sie hier.

Nachschub: Mitarbeiter versorgen die Fans sogar am Platz mit Bier. Foto: Imago

Nachschub: Mitarbeiter versorgen die Fans sogar am Platz mit Bier. Foto: Imago

Frankfurt/Köln. Das Stadion kocht, die Fans toben – ab diesem Wochenende läuft wieder die Fußball-Bundesliga. Benedikt Mefford wird regelmäßig vor Ort sein. Doch für das Spektakel hat er keinen Blick. Er muss arbeiten!

Seit sieben Jahren ist die Frankfurter Commerzbank-Arena an Spieltagen der Arbeitsplatz des jungen Mannes. Als Aushilfe fing er an, jetzt ist er Azubi zum Kaufmann für Büromanagement beim Catering-Unternehmen Aramark. Der Job macht ihm Spaß: „Ich hab sogar mal die Nationalmannschaft getroffen!“ Was Mitarbeiter hier mitbringen müssen? „Einen guten Umgang mit Menschen. Auch in Stoßzeiten muss man dem Gast ruhig und freundlich begegnen.“

Arbeitsplatz Stadion – im Windschatten des boomenden Fußballgeschäfts entstehen hierzulande immer mehr Jobs. Laut der renommierten Beraterfirma McKinsey sind in Deutschland mittlerweile die Arbeitsplätze von 165.000 Beschäftigten auf die 36 Top-Klubs zurückzuführen (inklusive Liga zwei). Das ist mehr, als die Bundesliga-Stadt Leverkusen an Einwohnern zählt. Darunter sind naturgemäß viele Teilzeitler. Aber umgerechnet in „Vollzeit-Äquivalente“ wären es immer noch 110.000.

„Damit trägt der Profifußball nicht nur erheblich zur Beschäftigung in Deutschland bei, sondern stellt auch eine hohe Anzahl gesellschaftlich wichtiger Teilzeitstellen bereit“, urteilen die McKinsey-Experten.

Die Palette der Jobs ist dabei sehr breit gefächert. „Es gibt den Bierverkäufer, den Greenkeeper, Hostessen, Kameramänner, aber auch im benachbarten Hotel oder in der Kneipe in Stadionnähe werden natürlich Leute gebraucht“, sagt der Sportökonom Professor Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Direkt bei den Klubs und ihren Dienstleistern waren letzte Saison übrigens 53.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das teilt der Liga-Verband DFL mit. Das sind über ein Viertel mehr als zehn Jahre zuvor.


Die Fußball-Jobs sind hart. „Das Stresslevel an Spieltagen liegt sehr hoch, man braucht ein hohes Maß an zeitlicher Flexibilität und Belastbarkeit“, so Breuer. Zudem sind die Arbeitszeiten eher unschön. „Schließlich werden die Spiele stets an den Wochenenden oder abends angepfiffen.“

Den größten Zuwachs verzeichnete die Branche zuletzt beim Sicherheitspersonal. „Hier musste man den veränderten Rahmenbedingungen einfach Rechnung tragen“, so Breuer. Positiv besetzt ist das Stellenplus an anderer Stelle: im Eventcatering. Hier geht das Angebot längst über die klassische Currywurst hinaus, vegetarische und vegane Gerichte finden sich mittlerweile auch auf der Stadion-Speisekarte. Laut Sportökonom Breuer sind hier insgesamt „neue Arbeitsmärkte entstanden und vorhandene größer geworden“.

Die Bundesliga als Jobmotor – eine Folge der nach wie vor ungebrochenen Faszination der professionellen Balltreterei. Fast 4 Milliarden Euro hat die DFL in der vergangenen Saison umgesetzt. Die Tendenz ist weiter steigend.

Und davon profitiert übrigens auch die Staatskasse. In der abgelaufenen Saison überwiesen die 36 deutschen Profiklubs dem Fiskus insgesamt 1,1 Milliarden Euro an Steuern.

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