Job-Statistik unter der Lupe

Arbeitsmarkt-Rekord: So viele Erwerbstätige gab’s noch nie

Wiesbaden. Das Jahr 2014 hört gut auf: Trotz schwächelnder Konjunktur meldete das Statistische Bundesamt mehr als 43 Millionen Erwerbstätige. Im Jahresdurchschnitt sind es voraussichtlich 42,6 Millionen, so viele wie noch nie. Wow! Aber wie ist das genau mit dem Jobwunder?

1. Gibt es wirklich mehr Arbeit?

Ja – allerdings nur ein bisschen. 1994 haben die Erwerbstätigen in Deutschland insgesamt 58,1 Milliarden Stunden gearbeitet, 2004 waren es nur 55,9 Milliarden. Und dieses Jahr werden es, wenn sich der Trend der ersten neun Monate bestätigt, 58,4 Milliarden sein.

Im 20-Jahres-Vergleich wird also ein ungefähr gleiches Arbeitsvolumen auf fast fünf Millionen mehr Köpfe verteilt (siehe Grafik). Vor allem, weil viel mehr Leute als früher Teilzeit arbeiten wollen und können.

2. Wie gut sind die Jobs?

Nicht nur Teilzeit, auch Zeitarbeit oder ein befristeter Job sind inzwischen für viele ein Weg in den Arbeitsmarkt. Und die Hartz-IV-Reform 2005 verstärkte den Druck auf Arbeitslose, aktiv zu werden.

Doch wer denkt, deshalb verliere das klassische „Normalarbeitsverhältnis“ an Bedeutung, irrt: Die Zahl der unbefristeten sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjobs (die 2 Prozent Zeitarbeiter nicht mitgerechnet) lag laut jüngster Erhebung 2013 um rund 600.000 höher als 2004.

3. Und die Arbeitslosen?

Nicht zuletzt wegen der Job-Chancen ist Deutschland für Zuwanderer attraktiv. Viele Betriebe finden nur deshalb die nötigen Fachkräfte. Die Zahl der Arbeitslosen – jeder zweite ist nur für Hilfsarbeiten brauchbar – sinkt trotzdem: Im November waren es 2,72 Millionen, 90.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Der traurige Rekord bei der Arbeitslosigkeit stammt übrigens vom März 2005: Da waren 5,3 Millionen Menschen auf Jobsuche.


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Rund 740.000 Zeitarbeiter gibt es im Lande. Für die Unternehmen sind sie wichtig. Denn mit ihnen können sie Auftragsschwankungen besser abfangen. Dass das nun erschwert werden soll, macht den Betrieben Sorge.

Immer wieder ist vom Fachkräftemangel die Rede – doch die Zahl der Beschäftigten im wichtigstem Industriezweig Metall und Elektro steigt laufend an. Passt das zusammen? Ja – sogar ganz gut! AKTIV erklärt, warum.

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