Die Aussichten bleiben gut

Arbeitsmarkt ist insgesamt robust – trotz einzelner Hiobsbotschaften


Arbeitsmarkt ist insgesamt robust – trotz einzelner Hiobsbotschaften

Nürnberg. Plötzlich ist es wieder da – das K-Wort. „K“ wie Kurzarbeit. In Rüsselsheim und Kaiserslautern schickt der kriselnde Autobauer Opel Tausende Mitarbeiter tageweise heim. In Bochum arbeitet man in der Edelstahlsparte von Thyssen-Krupp kurz, in Bamberg traf es Beschäftigte von Bosch und in Köln von Ford.

Und das in Deutschland eher unbekannte Markit-Institut aus London drängt mit Bad News in die Schlagzeilen: Laut Vorab-Stichprobe unter 500 Firmen seien im Sommermonat August die ausländischen Aufträge an die deutsche Industrie so massiv weggeschmolzen wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr. Was ist da los? Wie steht es um die Jobs? AKTIV fragte drei bekannte Arbeitsmarkt-Experten:

● Professor Enzo Weber, IAB-Institut der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg: „Der Arbeitsmarkt funktioniert immer noch robust. Er nimmt derzeit auch viele Zuwanderer sowie bislang nicht erwerbstätige Frauen und ältere Menschen auf. Die Beschäftigung liegt auf Rekordniveau – der Trend flacht jetzt allerdings ab.“

● Holger Schäfer, Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW): „Nicht, dass jetzt wieder per Saldo Jobs verloren gehen werden – aber die sehr, sehr positive Entwicklung bei der Beschäftigung sinkt ein bisschen auf Normalmaß. Die bisher gemeldeten Fälle von Kurzarbeit bedeuten insgesamt noch keine auffällige Entwicklung. Es gibt rund eine Million offene Stellen. Von einer solchen Arbeitsmarkt-Lage hätten wir vor fünf Jahren nicht zu träumen gewagt.“

● Karl Brenke, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin: „Wir erwarten einen schwachen Abbau der Beschäftigung und auch mehr Kurzarbeit – aber nichts Dramatisches. Und im kommenden Jahr wird es, wenn die Schuldenkrise in Europa und den USA moderat bleibt, am Arbeitsmarkt merklich aufwärts gehen.“

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