Internationaler Vergleich der Ausgaben fürs Personal

Arbeitskosten: Standort D ist noch teurer geworden

Köln. Dass Beschäftigte hier besser verdienen als anderswo: geschenkt. Schließlich schaffen die Belegschaften auch mehr als die Konkurrenz in vielen anderen Ländern. Problematisch wird’s dann aber, wenn die Personalkosten schneller steigen als die Produktivität – was in den letzten Jahren zum Beispiel in der deutschen Metall- und Elektro-Industrie zu beobachten war. Und damit nicht genug: Im internationalen Vergleich der reinen Arbeitskosten hat der Standort D an Boden verloren.

„Unsere Position hat sich verschlechtert“

Das zeigt eine neue Studie aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Ökonom Christoph Schröder hat mit Daten aus 44 größeren Staaten errechnet, was Betriebe dort jeweils für eine durchschnittliche Stunde Arbeit im verarbeitenden Gewerbe auf den Tisch blättern müssen. Dabei geht es natürlich nicht nur ums Brutto: „Zu den Arbeitskosten zählen zum Beispiel auch die vom Arbeitgeber getragenen Sozialversicherungsbeiträge, der bezahlte Urlaub, Sonderzahlungen und betriebliche Leistungen für die Altersvorsorge“, so Schröder. Sein Ergebnis: „2013 waren wir im Schnitt gut 20 Prozent teurer als andere etablierte Industrieländer – 2014 dann aber knapp 22 Prozent. Die deutsche Position hat sich also verschlechtert.“

Natürlich spielen bei solchen Vergleichen auch die Wechselkurse eine Rolle, wenn es um die Konkurrenz jenseits der Eurozone geht. „Und weil der Euro schwächer ist als im Vorjahr, könnte der Vergleich für 2015 wieder etwas besser ausfallen“, vermutet Schröder. „Aber das ist auf jeden Fall nichts, wovon wir uns blenden lassen sollten“, mahnt der Ökonom. Die Kostendifferenz ist ja auch bei sinkendem Eurokurs noch erheblich. Und im Wettbewerb mit wichtigen Konkurrenten aus der Eurozone ist der Wechselkurs egal.


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