Generation Y tickt anders

Arbeitgeberforum: Wer Fachkräfte gewinnen will, muss sich was einfallen lassen

Vor allem kleine und mittlere Firmen müssen schon Aufträge wegen fehlender Fachkräfte absagen. Wie sie besser junge Leute der Generation Y ansprechen und für sich gewinnen, erfuhren sie auf dem Arbeitgeberforum 2017 in Hannover.

In Aufstiegsglück: Stürmer Artur Sobiech und seine Mannschaftskollegen. Foto: Getty

In Aufstiegsglück: Stürmer Artur Sobiech und seine Mannschaftskollegen. Foto: Getty

Im Fokus: Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok, Dr. Volker Schmidt, Tina Voß und Martin Kind (von links). Foto: Herzig

Im Fokus: Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok, Dr. Volker Schmidt, Tina Voß und Martin Kind (von links). Foto: Herzig

Hannover. Das richtige Team zusammenstellen und sich im Wettbewerb behaupten: Was Hannover 96 mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga gelungen ist, müssen auch die Betriebe der Metall- und Elektro-Industrie immer wieder aufs Neue schaffen.

Doch wie sollen sie sich den Herausforderungen durch Fachkräftemangel und Digitalisierung stellen? Wertvolle Antworten zum Thema Personalgewinnung lieferte das Arbeitgeberforum 2017. Rund 300 Gäste kamen zur fünften Auflage der Veranstaltung des Arbeitgeberverbands Niedersachsenmetall ins Schloss Herrenhausen. Ehrengast war Martin Kind, Unternehmer und Präsident von Hannover 96.

In elf Fachforen gaben Experten aus Wissenschaft und Praxis neue Impulse, tauschten Unternehmer sich aus.

Um die Generation Y zu erreichen, sind soziale Netzwerke unverzichtbar

Eine zentrale Erkenntnis: Schlau mit den Möglichkeiten des Internets umgehen, lautet die Devise. Eine Social-Media-Strategie gehöre unbedingt zur zeitgemäßen Führung eines Betriebs. „Sind Sie sexy für Bewerber?“, fragte Geschäftsführerin Tina Voß deshalb in ihrem Impulsvortrag.

Die Expertin für Personalvermittlung stellte die Generation Y in den Fokus. „Warum sollte ich hier arbeiten?“, sei die Leitfrage junger Menschen, verbunden mit anderen Erwartungen und Gewohnheiten, als sie 50-Jährige aus ihrer Jugend kennen.

Deshalb rät die Unternehmerin, auf die sozialen Netzwerke zu setzen. Diese Erfahrung aus der Praxis bestätigte aus wissenschaftlicher Perspektive Judith Czepek. „Nutzen Sie das Internet. Es wird Zeit“, resümierte die Soziologin von der Universität Göttingen: „Vor allem kleine und mittlere Betriebe sind schon davon betroffen, Aufträge wegen fehlender Fachkräfte absagen zu müssen“, warnte die Forscherin.

Zumal weniger junge Menschen neu in den Arbeitsmarkt drängen als in früheren Generationen. „Der Wettbewerb um kluge Köpfe wird uns in den nächsten Jahren enorm beschäftigen“, ist denn auch Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von Niedersachsenmetall, überzeugt.

Neben den Konsequenzen aus dem demografischen Wandel und erfolgreichen Strategien beim Rekrutieren von Mitarbeitern spielten in den Foren rechtliche Fragen und das Thema Bildung eine große Rolle. Schlaglichter wurden von den Referenten auf die Kultur der Start-ups und eine neue Managementphilosophie geworfen. Konkret erläutert wurden die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes. Zusätzlich ging es um Körpersprache und Kommunikation.

Das Fazit der Teilnehmer: Anerkennung für die Organisation und ein Dank für viele neue Denkanstöße.


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