Tarifrunde

Arbeitgeber zeigen Flagge


„Gemeinsam Verantwortung zeigen“

Frankfurt. Um 9 Prozent sind die Einkommen in der Metall- und Elektro-Industrie seit 2008 gesteigen – trotz Wirtschaftskrise. Es wurden bundesweit 200.000 Arbeitsplätze aufgebaut und jährlich mehr als 70.000 Auszubildende eingestellt.

Die Bilanz, präsentiert von den Arbeitgebern der Branche zum Auftakt der Tarifrunde kann sich sehen lassen. Oberstes Ziel in der Krise war es, Arbeitsplätze zu erhalten.

Dr. Eduard Kulenkamp, Verhandlungsführer von M+E Mitte: „Trotz Einbrüchen von mehr als 25 Prozent des Umsatzes gingen lediglich 5 Prozent der Jobs verloren. Fast alle sind wieder aufgebaut.“ M+E Mitte ist ein Zusammenschluss von Arbeitgeberverbänden, zu denen auch Hessenmetall gehört.

Der geltende Tarifvertrag endet am 31. März. Am 6. März trafen sich Gewerkschafter und Arbeitgebervertreter zu einem ersten Gespräch. Der neue Tarif­vertrag soll für rund 420.000 Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen gelten.

Mit Transparenten machten die Arbeitgeber bei einer Demonstration vor dem Tagungshotel auf ihre Leistungen aufmerksam. Die Industriegewerkschaft forderte für die Beschäftigten 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und eine Einschränkung der Zeitarbeit.

„Gemeinsam Verantwortung zeigen“

„Wir möchten nun unseren Anteil an dem, was in den letzten Jahren verdient wurde“, sagte Mario Schanz, Betriebsrat von Continental Teves in Frankfurt. „Unsere Forderungen sind wirtschaftlich sinnvoll und bezahlbar“, erklärte IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild.

Als „dreist“ bezeichnete dagegen Wolfgang Zahn, Vorsitzender des Verbands der Metall- und Elektro-Industrie in Thüringen die Forderungen: „Wir sollten Kompromisse finden, die die Unternehmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nicht beschädigen und die Arbeitsplätze sichern, statt sie aufs Spiel zu setzen.“ Holger Kimmes, Vorstandsmitglied von Adam Opel, Rüsselsheim, erinnerte an den Abschluss 2010: „Arbeitgeber und Gewerkschaft haben dabei verantwortungsvolles Handeln demonstriert. Das muss fortgesetzt werden.“

Hans-Hellmut Breithaupt, Chef der F. W. Breithaupt & Sohn, Kassel, bewertete die ­Situation aus Sicht eines feinmechanisch-optischen Betriebs: „Der Preisdruck durch den Wettbewerb mit Asien ist enorm. Maßhalten ist deshalb gefragt.“

Wolfgang Huberti, Geschäftsführer von GKN Driveline in Offenbach, ist der Verhandlungsführer von Hessenmetall. Er stellte fest: „Bei den Ausgebildeten und beim Thema Zeitarbeit verringern die Forderungen die Flexibilität der deutschen Betriebe in der weltweit organisierten Branche. Eine unnötige Regelungsdichte verlangsamt betriebliche Abläufe.“

Gegen fesselnde Regelungen

Kulenkamp appellierte: „Den sich abzeichnenden Abschwung können wir nur gemeinsam meistern. Dazu passen eine zu hohe Entgeltforderung und fesselnde Vorschriften zur unbefristeten Übernahme der Auszubildenden oder bei der Zeitarbeit nicht.“

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