Damit die Rente reicht

Arbeitgeber fordern: Bessere Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersversorgung

So hätten wir’s gern: Sorgenfrei im Ruhestand. Foto: Masterfile

München. Es ist das Dreifache der Inflation: Um mehr als 2 Prozent sind die Renten zum 1. Juli erhöht worden. Aber für die Jüngeren bleibt die Altersvorsorge ein Problem: Trotz hoher Bundeszuschüsse wird das relative Rentenniveau, also das Verhältnis der Rente zum Erwerbseinkommen, in den nächsten Jahren sogar weiter sinken. Private Vorsorge wird noch wichtiger – und die betriebliche Altersversorgung.

Immerhin 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben bereits die eine oder andere Form der Anwartschaft. Damit dies weiter ausgebaut wird, fordern die Arbeitgeber die Politiker auf, die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Von entscheidender Bedeutung ist es aus Sicht der Wirtschaft, die betriebliche Altersversorgung stärker steuerlich zu fördern. So solle der Lohnanteil von bisher 4 Prozent, der steuer- und auch sozialbeitragsfrei in eine betriebliche Altersversorgung umgewandelt werden kann, deutlich ausgeweitet werden. Zudem sollten die späteren Auszahlungen nur mit dem halben Beitragssatz zur Kranken- und Pflegeversicherung belastet werden. In diesen beiden Punkten ist man sich einig mit der Gewerkschaft IG Metall. Darüber hinaus drängen die Arbeitgeber auf Anreize, damit die Riester-Förderung verstärkt für die betriebliche Altersversorgung genutzt wird: Einzahlungen sollen sozialbeitragsfrei sein.

Überdies gibt es offensichtlich zu viel Bürokratie. Das System „muss einfacher werden für Unternehmen“, sagt Heribert Karch, der Vorstandschef der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung in Berlin.

Arbeitsministerin Andrea Nahles will die Betriebsrente zwar auch fördern. Aber sie setzt dabei stärker auf Zwang: Damit mehr kleine und mittlere Firmen mitmachen, sollen die Sozialpartner in Tarifverträgen gemeinsame Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung vereinbaren. Viele Arbeitgeber fürchten, dass aus der freiwilligen sozialen Leistung de facto eine Verpflichtung wird. Karch findet: Die Pläne von Nahles sind „nicht gut gemacht“.

Betriebliche Altersversorgung trägt zu finanzieller Sicherheit bei. Doch aus Arbeitgeber-Sicht darf die Politik das Thema nicht so anpacken, dass es Betriebe überfordert.

Stichtag 1. Juli

  • Die gesetzlichen Renten im Westen steigen um 2,1 Prozent, im Osten um 2,5 Prozent.
  • Der Bund zahlte allein 2014 einen Zuschuss von 61 Milliarden Euro in die Rentenkasse.
  • Die Durchschnittsrente bei Männern betrug letztes Jahr 1.037 Euro, bei Frauen 618 Euro.

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aktualisiert am 27.11.2014

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