Tarifrunde in der Metall- und Elektro-Industrie

Arbeitgeber bieten 2,2 Prozent mehr Entgelt

Fahnen und Argumente: In der Tarifrunde geht es derzeit hoch her. Foto: Augustin

Berlin. „Erneut ein deutliches Reallohnplus“ – das haben die Arbeitgeber der Metall- und Elektro-Industrie angeboten. Ihr Lösungsvorschlag für die inzwischen von Warnstreiks begleitete Tarifrunde: 2,2 Prozent mehr Entgelt ab 1. März bei einer Laufzeit des Tarifvertrags bis Jahresende.

Um rasch eine Einigung zu erzielen, sei man „an die Grenzen des Möglichen gegangen“, so Rainer Dulger, Präsident des Dachverbands Gesamtmetall. Aufs Jahr gerechnet ergäben sich „sogar knapp 2,6 Prozent mehr“.

Einschränkung der Altersteilzeit

Hintergrund: Schon der letzte Tarifabschluss bedeutet auch für 2015 mehr Geld – im Mai 2014 waren die Entgelte um 2,2 Prozent gestiegen.

Die Inflation dagegen lag im Vorjahr bei 0,9 Prozent. Und fürs ganze Jahr 2015 erwarten die für den „Consensus Forecast“ befragten Banken und Institute nur noch 0,7 Prozent Teuerung.

Ebenfalls Thema in der Tarifrunde: Der Tarifvertrag „FlexÜ“ über die geförderte Altersteilzeit läuft aus. Die Arbeitgeber wollen das Instrument erhalten, aber strikter regeln. Künftig sollen nur noch besonders belastete Mitarbeiter einen Anspruch anmelden können. Die bisherige Obergrenze von 4 Prozent einer Belegschaft soll deshalb auf 2 Prozent gesenkt werden.

„Wir wollen unsere älteren Beschäftigten halten“, erklärt Dulger dazu, „wir brauchen ihr Wissen, ihr Können und ihre Erfahrung.“ Wer aber nicht mehr könne, der soll auch weiterhin tariflich geförderte Altersteilzeit in Anspruch nehmen können.

Das von der Gewerkschaft geforderte Modell einer vom Betrieb mitfinanzierten persönlichen Bildungsteilzeit lehnen die Arbeitgeber ab. Dulger kann sich aber „gemeinsame Bemühungen der Sozialpartner“ um die Qualifizierung speziell von An- und Ungelernten vorstellen.

Übrigens

Die Rechnung der IG Metall

  • Die Gewerkschaft war mit einer hohen Entgeltforderung in die Tarifrunde gezogen: 5,5 Prozent.
  • Um auf diese Zahl zu kommen, sind die aktuelle Inflationsrate (2015 voraussichtlich nur 0,7 Prozent) und der gesamtwirtschaftliche Anstieg der Produktivität (0,5 bis 0,8 Prozent) viel zu niedrig.
  • Deshalb behilft sich die IG Metall mit theoretischen Größen: der Ziel-Inflation der Europäischen Zentralbank (2 Prozent), dem langfristigen Trend des Produktivitätsfortschritts (1,5 Prozent) und einer „Umverteilungskomponente“ (2 Prozent).

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