Wettbewerber holen auf

Arbeit in der deutschen Chemie-Branche immer teurer

Wiesbaden. Wie viel kostet eine Stunde Arbeit? Das ist ein entscheidender Faktor, wenn es um die Standort-Wahl im internationalen Wettbewerb geht.

In Deutschland ist es für die Chemie-Branche teuer geworden: Allein zwischen 2010 und 2013 stieg dieser Kostenblock stark an, so die Berechnungen des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC).

In Westdeutschland sind es im Schnitt 53,16 Euro pro Stunde, im Osten 37,90 Euro. Das liegt zum Beispiel an dem anderen Zuschnitt der Unternehmen: Der Osten ist ein klassischer Produktionsstandort, im Westen wird dagegen eher geforscht. Hinzu kommen Faktoren wie eine andere Beschäftigungsstruktur, Unterschiede bei der Altersvorsorge sowie bei der wöchentlichen Arbeitszeit.

Schaut man sich die Zahlen an, belegen sie im Westen in drei Jahren einen Anstieg der Arbeitskosten von mehr als 13 Prozent. 2011 und 2012 haben sie sich um jeweils 5 Prozent verteuert, 2013 kamen noch mal 3,2 Prozent dazu.

Noch stärker ist die Erhöhung im Osten: Hier verteuerte sich die Arbeitsstunde um nahezu 20 Prozent aufgrund einer Steigerung von 9,4 Prozent im Jahr 2011, 7,2 Prozent 2012 und noch einmal 3 Prozent 2013. Ursache ist die mittlerweile vollständige Angleichung der Tarifentgelte an West-Niveau.

Dass sich die Fertigung am Standort Deutschland überhaupt lohnt, liegt an der Produktivität: Arbeit darf nur teurer sein, wenn dabei am Ende mehr rauskommt. Doch der Vorsprung vor den Wettbewerbern wird immer kleiner. Und seit 2011 stagniert das deutsche Chemie-Geschäft.

Die Folge: Während die Arbeitskosten steigen, sinkt die Produktivität. Der wichtigste Faktor für unsere teuren Arbeitsstunden sind die Entgelte für die Beschäftigten. Hinzu kommen die Personalzusatzkosten, also Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung, aber auch Vergütung für Urlaubs-, Feier- und Krankheitstage sowie Kosten für Aus- und Weiterbildung.


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