Leitartikel

Arbeit für alle

AKTIV-Chefredakteur Ulrich von Lampe

Über das „Ende der Arbeit“ ist schon oft fabuliert worden. Mal sollten es die schlauen Roboter sein, die uns dieses Ende angeblich bald bescheren, mal die billigen Chinesen.

Die Paradies- wie die Untergangsszenarien: Sie erweisen sich als Humbug. ­Einen „neuen Höchststand“, sogar „zum sechsten Mal in Folge“, hat jetzt das Statistische Bundesamt vermeldet: 41,5 Millionen Erwerbstätige gab es letztes Jahr in Deutschland. Und zwar bei steigender durchschnittlicher Stundenzahl und bei steigendem Reallohn.

Besonders stark wuchs die klassische sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Entscheidend beteiligt: Indus­trie und industrienahe Dienstleistungen. Trotz der Roboter und Chinesen.

Natürlich geht es auch am Arbeitsmarkt nicht ewig aufwärts, 2013 wird es wohl eine kleine Delle geben. Doch die enorme Vermehrung der Arbeitsplätze (um 2,7 Millionen seit 2005) könnte vielleicht dazu beitragen, drei populäre Irrtümer zu beseitigen.

Erstens: Der technische Fortschritt nimmt uns unter dem Strich nicht die Arbeit weg.

Er macht sie produktiver – sodass wir mehr und zusätzliche Güter fertigen können.

Zweitens: Die Globalisierung geht nicht auf unsere Kosten.

Deutschland kann als Ingenieurbüro der Welt vom Wachstum der Schwellenländer profitieren – wenn die Betriebe innovativ sind und ihre Kosten im Griff behalten.

Drittens: Wachstum ist kein Konzept von gestern.

Wenn die Politik mehr Menschen dazu bringt, sich in Deutschland nach Arbeit umzusehen, schafft sie nicht sinnloses Gerangel um knappe Jobs, sondern die Basis für mehr Wohlstand. Denn es ist wirklich so: Es gibt genug zu tun. 


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Schlagwörter: Arbeitsmarkt

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