Nachwuchs

Anspruch auf Azubi-Übernahme ist ein Papiertiger


Wachwechsel in Niedersachsen: Dr. York Fusch (rechts) übergibt den Vorsitz an Wolfgang Niemsch (links). In der Mitte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser. Foto: Gossmann

Gesamtmetall-Chef zu Besuch bei Niedersachsens Metallarbeitgebern

Hannover. Die Arbeitgeber der Metall- und Elektro-Industrie wollen erreichen, dass die Firmen noch besser auf Schwankungen der Weltwirtschaft reagieren können.

„Eines unserer Kernanliegen in der nächsten Zeit muss es sein, den Betrieben Flexibilität zu geben und zu erhalten“, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser auf der Mitgliederversammlung von NiedersachsenMetall. Das müsse „bei Bedarf auch eine Wiedereinführung der in der vergangenen Krise besonders weit gefassten Möglichkeiten der Kurzarbeit umfassen“.

„Die Abstände zwischen konjunkturellem Auf und Ab für Betriebe, Branchen und ganzen Volkswirtschaften werden sich in schnellerer Abfolge vollziehen“, sagte Kannegiesser. „Nach der Krise wird künftig vieles nie mehr so sein wie früher“, so der Gesamtmetall-Chef. Auch sei die Bran-che von der Erschütterung der Finanzmärkte „schwer betroffen“.

Zeitarbeiter-Anteil unter 5 Prozent

Im kommenden Frühjahr laufen die noch in der zurückliegenden Krise abgeschlossenen Tarifverträge mit der IG Metall aus. Die Arbeitgeber rechnen damit, dass die Gewerkschaft in dieser Runde einen deutlichen Lohnaufschlag aushandeln will. Für Zeitarbeiter steht, so die IG Metall, per Tarifvertrag gleicher Lohn für gleiche Arbeit im Raum. In der Metallbranche liegt der Anteil der Zeitarbeiter im Moment unter 5 Prozent. Und die Beschäftigten werden nach einem zwischen den Zeitarbeitsfirmen und dem DGB ausgehandelten Tarifvertrag bezahlt.

Auch eine von der Arbeitnehmerseite geforderte unbefristete Übernahme von Lehrlingen nach abgeschlossener Ausbildung lehnte Kannegiesser ab. „Jeder mit dem Schulabgänger verabredete Anspruch ist kontraproduktiv und würde in der Praxis ein Papiertiger bleiben.“ Schließlich fehle mit einer Übernahme-Garantie jeglicher Anreiz, sich in der Ausbildung ins Zeug zu legen.

WF

Der neue Vorsitzende von NiedersachsenMetall

Wolfgang Niemsch ist neuer Präsident von NiedersachsenMetall. Die Mitgliederversammlung hat den 57-jährigen Unternehmer aus Braunschweig einstimmig gewählt.

Er löst vereinbarungsgemäß Dr. York Fusch (Hannover) ab, der weiterhin dem Vorstand von NiedersachsenMetall angehört.

Der Verband ist mit 300 Betrieben und 100.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeberverbände in Niedersachsen.

Niemsch, geschäftsführender Gesellschafter der Lanico Maschinenbau GmbH, ist seit 1996 im Verbandsvorstand. Als Verhandlungsführer hat er sich einen Namen gemacht.

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