Ein wichtiges Stück Arbeitsteilung

Andere Firmen beauftragen – das geschieht nach altbewährten Regeln


München. Wo kommt eigentlich unser Wohlstand her? Die einfachste und wohl wichtigste Antwort: Arbeitsteilung!

Schon vor fast 250 Jahren hat der schottische Moralphilosoph Adam Smith aufgezeigt, wie Spezialisierung dramatische Produktivitätssprünge möglich macht. Smith, Urvater der Ökonomie, nahm ein Beispiel seiner Zeit – Stecknadeln. Würde man versuchen, sie auf eigene Faust zu fertigen: Wie viele hätte man da wohl an einem Tag geschafft? Verteilt man aber die einzelnen Arbeitsschritte auf nur zehn geschulte Kollegen, können die laut Smith täglich Tausende Nadeln produzieren.

Bei moderneren Produkten, etwa einem Auto, ist die  Spezialisierung natürlich längst sehr viel weiter fortgeschritten. So bastelt sich eine Autofirma Radios, Reifen oder Windschutzscheiben nicht selbst, sondern kauft sie ein. Klar auch, dass Arbeitsbereiche wie die Kantine oder der Werkschutz oft an darauf spezialisierte Betriebe vergeben werden. Die Logistik bis hin zur Lagerhaltung ist ein weiteres typisches Beispiel.

Da geht es einerseits um das Know-how der Spezialfirmen – andererseits auch um Kosten: Warum sollte ein Koch in der Kantine anders entlohnt werden als für die gleiche Arbeit im Res­taurant?

So eine Auslagerung („Outsourcing“) kann zum Beispiel per Werkvertrag geschehen. Das Prinzip ist schon über 100 Jahre alt: Der Auftraggeber bestellt beim „Werkunternehmer“ – das kann ein Mensch oder eine Firma sein – für einen festen Preis ein „Werk“, das kann eine Sache sein oder auch ein „durch Dienstleistung herbeizuführender Erfolg“.

„Make or buy“ – diese zentrale Frage stellt sich immer wieder

Die Mitarbeiter etwa der Kantine bekommen ihre Anweisungen und ihren Lohn daher dann nicht vom Autohersteller, sondern von der Cateringfirma, bei der sie beschäftigt sind.

Wie weit ein Betrieb da geht – also: was er selbst macht und was er zukauft („make or buy“), das ist eine zentrale unternehmerische Entscheidung. Sie muss im oft weltweiten Wettbewerb immer wieder neu gefällt werden. Soll man Entwicklungsaufträge an ein Ingenieurbüro vergeben? Software außer Haus schreiben lassen? Darf der Zulieferer seine Produkte auch gleich im Werk des Bestellers einbauen?

„Werkverträge sind ein unverzichtbares Instrument“

Und geht dann womöglich zu viel eigenes Erfahrungswissen verloren? Wie steht es mit Qualitätssicherung und Geheimhaltung? Wie termintreu ist der beauftragte Dienstleister? Kein verantwortungsvoller Manager wird mit solchen Fragen leichtfertig umgehen.

Die Haltung der Wirtschaft fasst Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt so zusammen: „Erhebliche Teile der Wertschöpfung in Deutschland erfolgen im Rahmen von Werk- und Dienstverträgen – sie sind ein schon immer in beträchtlichem Umfang genutztes, unverzichtbares Instrument. Sie stärken Spezialisierung und Arbeitsteilung und erhöhen so unseren Wohlstand.“

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Werkvertrag: Was steckt dahinter?

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