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An der Spitze


Der Landkreis Eichstätt ist vollbeschäftigt

Eichstätt/Beilngries. Er liegt ganz vorn in Deutschland: So niedrig wie im Landkreis Eichstätt ist die Arbeitslosenquote sonst nirgends. Im April waren es gerade einmal 1,5 Prozent. Und im Mai ist der Wert nochmals leicht gesunken.

Dafür, dass die oberbayerische Region an der Altmühl auf der Sonnenseite in der Statistik steht, hat Georg Stark eine einfache Erklärung. „Wir haben eben fleißige Betriebe mit fleißigen Mitarbeitern“, sagt der Wirtschaftsreferent des Landkreises. „Die Unternehmen sind erfolgreich mit ihren Produkten und Dienstleistungen und schaffen so Arbeitsplätze.“

Und es gibt Audi. Gleich über der südlichen Grenze des Rekord-Kreises liegt das Ingolstädter Stammwerk des Autoherstellers. Dort sind rund 33.000 Mitarbeiter beschäftigt. „Etwa 11.000 davon wohnen in unserem Landkreis“, berichtet Stark.

Das sind fast ein Viertel aller knapp 48.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die dort leben. Die übrigen drei Viertel verteilen sich auf viele überwiegend mittelständische Unternehmen.

Eines in der Metall- und Elektro-Industrie ist die H. Willy Krauss GmbH & Co. in Beilngries, Hersteller von Präzisionsdrehteilen, wie Hülsen, Kappen, Achsen, Zahnräder für Motoren, Getriebe und Sitzhalterungen. Wichtigster Abnehmer ist die Automobil-Industrie. Die Firma beschäftigt rund 80 Mitarbeiter.

Auf die Frage nach den Standortvorteilen antwortet Helmut Krauss, einer der drei Geschäftsführer und Söhne des Unternehmensgründers, mit zwei wesentlichen Argumenten. Zum einen lobt er das hohe Ausbildungsniveau in der Eichstätter Region: „Für die Schulen gibt es hier genügend Geld, und eine Vielzahl von Unternehmen bildet Facharbeiter aus.“

Autobahn, ICE und nahe Flughäfen

Zum anderen zählt Krauss die gute Verkehrsanbindung als Pluspunkt auf: Die A9 durchschneidet den Landkreis von Nord nach Süd, in Ingolstadt hält der ICE, und die größten bayerischen Städte München und Nürnberg mit ihren Flughäfen sind nicht weit entfernt. Ein wichtiger Aspekt für das Unternehmen. „Einen großen Teil unseres Rohmaterials beziehen wir von Stahlhändlern in Nürnberg und München“, berichtet Krauss.

Allerdings hat die niedrige Arbeitslosenquote auch ihre Schattenseite. Zusätzliche Fachkräfte sind nicht leicht zu finden. So sucht der Betrieb von Krauss schon seit längerem zwei CNC-Fräser.

„Wir überbrücken die offenen Stellen, indem einige unserer Mitarbeiter auch mal am Wochenende kommen“, sagt der Geschäftsführer. „Sonst könnten wir manche Aufträge nicht rechtzeitig für unsere Kunden erledigen.“

Auch der Lichthersteller Osram ist für sein Werk in Eichstätt auf der Suche nach Fachkräften. Ausgeschrieben ist etwa die Stelle eines Qualitätsingenieurs. Zudem sind noch zwei Ausbildungsplätze zu besetzen: für einen Elektroniker und einen Industriemechaniker.

Mit rund 800 Beschäftigten ist Osram der größte Industrie-Arbeitgeber im Landkreis. Hergestellt werden in der Fabrik unter anderem Halogenlampen, Lampen für Autos und für Filmprojektoren in Kinos. Eichstätt ist einer von acht deutschen Osram-Standorten.

Einer der attraktivsten deutschen Arbeitgeber

Audi vertraut ebenfalls der Ausbildung von eigenem Nachwuchs. „Das ist ein wichtiger Baustein, um unseren Bedarf an Fachkräften zu decken“, berichtet ein Sprecher des Autoherstellers in Ingolstadt. Dabei kommen dem Unternehmen seine Bekanntheit, sein wirtschaftlicher Erfolg und sein ausgezeichneter Ruf zugute.

In Umfragen zählt Audi regelmäßig zu den attraktivsten Arbeitgebern in Deutschland. „Wir haben immer noch mehr qualifizierte Bewerber als offene Stellen“, sagt der Sprecher. Auch wenn es darum geht, Arbeitsplätze mit schon erfahreneren Kräften zu besetzen.

Ein erheblicher Teil von ihnen kommt aus dem benachbarten Landkreis Eichstätt. Dort, wo Arbeitslosigkeit fast ein Fremdwort geworden ist.

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