Jubiläum

AKTIV feiert Geburtstag

Wirtschaft spannend erklären: Vor 40 Jahren fing alles an

Auf Platz eins der Radio-Hitliste stand Tony Christie mit „Is this the way to Amarillo?“. Es herrschte Vorfreude auf die Olympischen Sommerspiele in München. Und Entsetzen über den Terror der Baader-Meinhof-Bande. Deutschland 1972: Am 10. Januar vor 40 Jahren erschien die erste Ausgabe der Wirtschaftszeitung AKTIV.

Klaus Kunkel, der Gründer der Zeitung, und sein kleines Team hatten sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Arbeitnehmern wirtschaftliche Zusammenhänge erklären – aber nicht so trocken wie der Wirtschaftsteil der Tageszeitung, sondern spannend und leicht verständlich.

Unter der Überschrift „Das sind wir“ stellte die Redaktion das innovative Konzept vor: „Wir wollen Ihnen helfen, sich in der Welt der Computer, Fertiggerichte, Steuerschrauben, Miniröcke, Ausbildungsbeihilfen, Neidkomplexe, Kapitalrenditen, Infrastrukturvorhaben – kurz, in der Welt von heute, der Wirtschaft von heute, zurechtzufinden.“

Populäre Themen, unpopuläre Wahrheiten

Auch wenn die aktuellen Stichwörter ständig gewechselt haben in den folgenden vier Jahrzehnten: Der Grundgedanke der ersten Ausgabe – die damals in einer Auflage von rund 100.000 Exemplaren Mitarbeiter von Industriebetrieben erreichte – gilt weiter.


 

Der Erfolg gab den Machern recht. Als AKTIV im Sommer 1973 die Leser auf eine Entwicklung hinwies, die wir heute „den demografischen Wandel“ nennen, hatte sich die Auflage bereits fast verfünffacht.

Das komplexe Thema „Baby­defizit in der Bundesrepublik“ brachte die Redaktion so auf den Punkt: „Immer mehr junge Ehepaare treffen die gleiche Entscheidung. Kühlschrank viel wichtiger als Kinderwagen.“

Populäre Themen – klare, nicht immer populäre Aussagen. Das ist der Kurs der Zeitung.

Ein Beispiel: Als die Gewerkschaften 1984 in der Metall- und Elektro-Industrie für die 35-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich kämpften, schilderte AKTIV die drohenden Folgen. Steigende Lohnstückkosten gefährden die internationale Wettbewerbsfähigkeit. „Laßt den Export-Zug nicht entgleisen“, lautete die Überschrift.

1995 kam die 35-Stunden-Woche tatsächlich – die Branche verlor viele Jobs und brauchte Jahre, um den Nachteil gegenüber der Konkurrenz aufzuholen.

Woher weiß AKTIV, was wichtig ist für die Unternehmen? Tag für Tag recherchiert die Redaktion dort, wo die Wirtschaftsleistung entsteht – in den Betrieben. Kein anderes Medium bringt so viele Reportagen direkt von der Werkbank und aus dem Labor. Dass sich oft sogar Türen zu Entwicklungsabteilungen öffnen, liegt nicht nur an der Beharrlichkeit der Reporter. Da die Zeitung im Auftrag von Arbeitgeberverbänden erscheint, bekommt sie von vielen Chefs einen Vertrauensvorschuss.

Rat bei persönlichen Entscheidungen

Die Nähe zur Wirtschaft deutlich zu zeigen, gehört zur Linie von AKTIV. So war es auch im November 1989, nach dem Fall der Mauer. „Patenschaften mit Kollegen in der DDR!“ lautete eine Schlagzeile in der Wendezeit. Für diese Aktion hatte die Zeitung einen einflussreichen Unterstützer gewonnen: den damaligen Arbeitgeber-Präsidenten Klaus Murmann.

Dramatische Umwälzungen – oder ganz alltägliche Veränderungen: AKTIV will seine Leser dabei auch als Ratgeber begleiten. Über das digitale Fernsehen der Zukunft, heute als HDTV gang und gäbe, klärte die Redaktion bereits 1998 auf. Sie blieb an dem Thema dran, was dem einen oder anderen die richtige Entscheidung beim Kauf eines Gerätes sicher erleichtert hat.

Mit praktischen Tipps begleitete die Redaktion auch die Einführung des Euro-Bargelds und der Riester-Rente 2002. Wie richtig sie damit liegt, zeigen die Leserfragen rund um die privaten Finanzen, die regelmäßig eintreffen. Jede einzelne wird beantwortet.

Doch in AKTIV geht es um noch viel mehr. Was wird aus unserer Währung? Wo soll unsere Energie künftig herkommen? Wie bleiben die Betriebe am Standort Deutschland fit für die Zukunft?

Die Zeitung, die inzwischen in 15 Branchen- und Regionalausgaben und mit zwei Magazin-Ablegern erscheint, geht auch im Internet neue Wege.

So viele Leser wie noch nie

Wer AKTIVonline aufruft, findet dort seit kurzem neben den Texten auch Videos. Tragende Säule aber bleibt die gedruckte Zeitung. Sie erreicht nach der letzten Repräsentativ-Umfrage von TNS-Infratest zwei Millionen Leser. Das ist der höchste jemals gemessene Wert.

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