Neues Welthandelsabkommen hilft auch deutschen Firmen

Afrikas Wirtschaft holt auf

Durchbruch: Das jetzt erzielte Welthandelsabkommen nützt auch diesem Baumwollpflücker von der Elfenbeinküste. Foto: AFP/Getty

Nusa Dua. Von einem Ferienort auf der indonesischen Insel Bali geht kurz vor Weihnachten eine gute Nachricht um die Erde: Die 159 Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation WTO haben ein globales Handelsabkommen beschlossen. Der als „historisch“ gefeierte Vertrag soll den ärmsten Ländern den Export von Produkten wie Baumwolle oder Zuckerrohr erleichtern und generell über vereinfachte Zollformalitäten den Welthandel beleben.

Um rund 700 Milliarden Euro, sagen Experten, könnte das Abkommen die jährliche weltweite Wirtschaftsleistung steigern. „Das wird bis zu 21 Millionen Jobs schaffen, davon 18 Millionen in Entwicklungsländern“, prognostiziert Oliver Wieck von der Internationalen Handelskammer in Berlin.

Starke Mittelschicht – aber noch immer viele in existenzieller Not

Die deutsche Wirtschaft erhofft sich durch das Abkommen zusätzliche Aufträge von jährlich 60 Milliarden Euro. Besonders stark wird auch Afrika profitieren – wo es inzwischen ohnehin kräftig aufwärtsgeht. „Was man dort in den letzten zehn Jahren erreicht hat, ist beeindruckend“, sagt Giles Keating, ein Wirtschaftsforscher der Schweizer Großbank Credit Suisse. „Trotz der globalen Finanzkrise stieg die ­reale Wirtschaftsleistung im Schnitt um 6 Prozent im Jahr.“ Auch südlich der Sahara habe sich inzwischen eine Mittelschicht von 125 Millionen Menschen herausgebildet.

Der Internationale Währungsfonds prognostiziert dem Schwarzen Kontinent für das Jahr 2018 eine Wirtschaftsleistung von 3.000 Milliarden Dollar. Das wäre immerhin ein Fünftel des Werts für ganz Euro-Land – im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei einem Zehntel.

Nach wie vor aber leiden viele Afrikaner existenzielle Not. Laut Uno sind es südlich der Sahara 48 Prozent (1990: 56 Prozent) und in Nordafrika 1 Prozent (1990: 5 Prozent).


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