Arbeitsplätze

Abschwung: Stellenaufbau gestoppt


Arbeitsplatz M+E-Industrie: Die Betriebe haben ihre Produktions­pläne im Jahr 2008 deutlich zurückgefahren. Foto: Caro

Im nächsten Jahr droht ein Rückgang der Produktion um 2 Prozent

Hannover. Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E) befindet sich seit Mitte des Jahres im Ab­schwung. Der Negativtrend wird durch die derzeitige Fi­nanzkrise noch verstärkt. Für viele M+E-Betriebe hat sich die Lage deutlich verschlechtert. Das zeigen täglich Meldungen aus den Betrieben.

„Einen solchen Abschwung haben unsere Unternehmen in dieser Geschwindigkeit seit Jahrzehnten nicht erlebt“, sagt Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes NiedersachsenMetall. Das Problem zeige sich in vier Bereichen.

1. Aufträge und Produktion im Minus

Drei Viertel der M+E-Un­ternehmen verzeichnen rückläufige Aufträge, jedes zweite da­von sogar stark rückläufige. Das zeigt eine Mitte Okto­ber unter 450 Unternehmen durch­geführte Umfrage.

Nur noch ein Viertel der Be­triebe berichtet von einer stabilen Auftragslage.

Allerdings werden selbst be­reits erteilte Be­stellungen von den Kunden immer öfter wieder storniert. Damit haben sich die Aussichten für die Produktion bei M+E ebenfalls eingetrübt. Laut Münchner Ifo-Institut steht ein Rückgang von bis zu 2 Prozent im kommenden Jahr bevor. Ein Produktionsanstieg wird für keine M+E-Branche erwartet.

2. Finanzkrise wirkt wie Rückwärts-Turbo

Die Krise an den internationalen Finanzmärkten wirkt sich immer stärker auf die ge­samte Wirtschaft aus. Volkswirte befürchten mittlerweile eine schwere Rezession.

Zwar betrifft die Kreditkrise viele Unternehmen noch nicht direkt. Doch ihre Kunden in aller Welt haben immer häu­figer Finanzierungsprobleme.

Und das macht sich dann na­türlich bei Verkaufsver­hand­lungen bemerkbar. Denn gerade Geschäfte mit teuren Inves­titionsgütern wie Maschinen, Anlagen oder Lastkraftwagen sind sehr oft von Krediten ab­hängig.

3. Absatzmärkte knicken ein

Besonders deutlich zeigen sich die Schwierigkeiten ausgerechnet auf den wichtigsten Absatzmärkten: Ein Drittel der M+E-Unternehmen berichtet über Probleme in Nordamerika, über ein Viertel hat Schwierigkeiten in Westeuropa und im Inland.

Besonders betroffen sind derzeit die Automobil-Hersteller. Viele müssen ihre Produktion einschränken – mit negativen Folgen für die Zulieferbetriebe. Darüber gibt es täglich neue alarmierende Meldungen.

4. Beschäftigungsaufbau bricht ab

Seit April 2006 haben die Betriebe rund 250.000 neue Ar­beitsplätze in Deutschland ge­schaffen.

Im August dieses Jahres stoppte der Stellenaufbau je­doch. Gut jede zweite M+E-Firma will in den nächsten zwei Monaten Zeitguthaben der Arbeitnehmer abbauen.

Fast genauso viele planen, die Überstunden zu reduzieren. 36 Prozent der Firmen beabsichtigen, ausscheidende Mitarbeiter nicht mehr durch Neue zu er­setzen. Betriebsbedingte Kündigungen plant aber nur jeder zehnte M+E-Betrieb. Es sollen möglichst viele der 250.000 Arbeitsplätze über den Abschwung hinweg gerettet werden.

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