Blickpunkt

Abkühlung


vbw-Index signalisiert: Die Konjunktur wird sich abschwächen

 

 

München. Noch sind die Auftragsbücher voll – das Inlandsgeschäft läuft gut und das Auslandsgeschäft noch besser. Doch der vbw-Index zeigt an: Der aktuelle Höhenflug der bayerischen Wirtschaft könnte schon bald zu Ende sein. Es zeichnet sich ab, dass das Wachstum an Fahrt verliert.

 

 

 

„Die Stimmung ist schlechter als die Lage“

 

 

 

„Die Erwartungen sind deutlich gedämpft, denn die konjunkturellen Risiken sind groß“, erklärt Professor Randolf Rodenstock, der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), den aktuellen Rückgang des Konjunkturbarometers. Der vbw-Index vereint die aktuelle Lage und Prognosen der Unternehmen im Freistaat. Er fiel im Vergleich zum Frühjahr von 156 auf 142 Punkte (siehe Grafik).

 

 

 

Das ist immer noch ein sehr guter Wert. Und er entspricht der nach wie vor sehr guten wirtschaftlichen Situation. Die vbw erwartet für 2011 ein inflationsbereinigtes Wachstum der bayerischen Wirtschaftsleistung von mehr als 3 Prozent. Aber: Viele Unternehmen zeigen sich derzeit stark verunsichert. Als Hauptgrund gilt die ungelöste Schuldenkrise in Europa. Zudem bereiten die steigenden Rohstoff- und Energiepreise vielen Betrieben große Sorgen, gerade in der Industrie. Und es wird erwartet, dass die Dynamik auf dem Weltmarkt, vor allem in den Schwellenländern, deutlich nachlassen wird.

 

 

 

 

 

 

 

Die Experten der vbw rechnen deshalb mit einer spürbaren Abkühlung der Konjunktur: Die Wirtschaftsleistung werde 2012 nur noch um einen Prozent wachsen.

 

 

 

„Das ist eine deutliche Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, aber keine Rezession“, erklärt Rodenstock. Zwar sieht auch er in der Ungewissheit über die Zukunft des Euro ein ungewöhnlich großes Risiko für die Konjunktur. Doch er ist überzeugt: „Die Stimmung ist schlechter als die Lage.“ Der Export werde weiter zulegen, um nominal 5 Prozent nach nominal 9 Prozent im laufenden Jahr.

 

 

 

Und ganz wichtig: „Der Arbeitsmarkt“, so erwartet der vbw-Präsident, „sollte diese Konjunktur-Delle relativ unbeschadet überstehen.“

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