Ernährung

Aber bitte mit… mehr Geschmack


Was steckt hinter den E-Nummern auf unseren Lebensmitteln?

Bestenfalls flüchtig lesen wir beim Einkauf von Suppen, Pudding oder Gummibärchen  den  Aufdruck auf der Verpackung: „Enthält E420, E421, E955“. Aha. Und was sagt uns das? Gar nichts – meistens jedenfalls. „Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 69 Prozent der Befragten nicht wissen, was Lebensmittel wirklich enthalten“, sagt Professor Georg Schwedt. Er hat in Hamburg gerade ein Museum für Lebensmittelzusätze eröffnet.

Es sollte uns aber interessieren, was in unserem Essen steckt. „Köstliches Himbeer-Aroma ist meist Zedernholz-Öl“, erklärt Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, der das Museum wissenschaftlich betreut. Auf der Packung steht dann „natürliches Aroma“. Kritiker bemängeln das. Bestimmte Zusätze stehen zudem im Verdacht, krank zu machen. Eine aktuelle Studie aus Großbritannien warnt zum Beispiel vor künstlich erzeugten Lebensmittelfarben und Konservierungsstoffen, die angeblich Hyperaktivität bei Kindern fördern. Die EU will die Zulassung jetzt strenger regeln.

Zusätze „stylen“ Lebensmittel

Abgepackte Ware wie Fertiggerichte, Säfte, Kartoffelbrei oder Joghurt enthält in der Regel zusätzliche Stoffe, beispielsweise Geschmacksverstärker, Aromen, Enzyme, Konservierungsmittel und Farbstoffe. Die sorgen dafür, dass die Produkte besser aussehen, schmecken, sich besser halten, nahrhafter sind oder sich leichter herstellen lassen. „Ohne diese Zusätze gäbe es viele Lebensmittel gar nicht und viele wären deutlich teurer“, so Pollmer.

Oder sie wären irgendwie unappetitlich: Wer will schon grauen Pudding, schlabbrige Krabben oder blasse Margarine? Weil viele Verbraucher „gestylte“ Lebensmittel bevorzugen, setzt die moderne Lebensmittelindustrie auf Chemie: „Wir nehmen täglich einige Milligramm bis mehrere Gramm Zusatzstoffe ein“, sagt der Wissenschaftler. Als Faustregel gilt: Je weniger verarbeitet ein Lebensmittel ist, desto weniger Zusätze sind drin.

„E-Nummern“ als sicher eingestuft

Um die vielen zugesetzten Stoffe identifizieren zu können, tragen sie eine Codenummer. In Europa beginnt sie stets mit „E“ wie „Europa“ oder „essbar“. Das „E“ bürgt dafür, dass die Zusatzstoffe in der EU aus gesundheitlicher Sicht als sicher eingestuft sind.

So hat zum Beispiel der Konservierungsstoff Sorbinsäure die Nummer E200. Der braune Farbstoff von Cola heißt E150 (Zuckercouleur) und im Kaugummi-Überzug steckt E906 (Benzoeharz). „Selbst bei Bioprodukten sind zahlreiche Zusatzstoffe erlaubt“, erklärt Pollmer. Nur leider stehen die nicht immer auf dem Etikett. Der Chemiker seufzt: „Was eine Zutat und was ein Zusatzstoff ist, das bestimmen bei uns die Juristen!“

Tipp: 1500 der wichtigsten Lebensmittelzusätze mit ihren  „E-Nummern“  finden Sie im Internet unter:

www.zusatzstoffe-online.de oder www.vitanet.de/ernaehrung/zusatzstoffe

Info: Das Museum für Zusatzstoffe

Den in der EU hergestellten Lebensmitteln darf man Tausende von Zusätzen beimischen – wie Aromastoffe, Enzyme, Farbstoffe und Geschmacksverstärker. Viele müssen nicht einmal auf der Verpackung deklariert werden.

Das Museum mitten im Hamburger Großmarkt zeigt, worin solche „geheimen“ Zusätze stecken und wie man sie umgehen kann. Das Museum ist ein Projekt der Hamburger Lebensmittelstiftung.

www.zusatzstoffmuseum.de

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