Solarzellen in der Fahrbahn

Aachener Forscher wollen Straßen zu Stromlieferanten für E-Mobilität machen

Rutschfest und bruchsicher: Ein Solarzellenmuster für die Straße wird von Forschern begutachtet. Foto: Winandy

Aachen. Während der Fahrt mit dem Elektroauto Strom aufladen: Das soll in ein paar Jahren ganz einfach funktionieren – ohne Stecker und Kabel. Forscher der Technischen Universität Aachen wollen Fotovoltaik-Zellen in die Oberfläche von Straßen einbauen. Ein Vorzeigemodell haben sie bereits mit Solmove, einem Unternehmen der Solarbranche, entwickelt.

Derzeit gibt es nur Fotovoltaik-Module für Dächer oder Fassaden. Aber kaum welche, die man flach auf dem Boden verlegt. Die Aachener wollen das jetzt ändern. Denn Verkehrswege bieten viel Platz für Solarzellen.

In Deutschland gebe es 1,4 Milliarden Quadratmeter horizontale Flächen, die „für die Erzeugung von Strom genutzt werden“ könnten, so Lukas Renken vom Institut für Straßenwesen an der Aachener Hochschule. Der Wissenschaftler schätzt, dass sich so genug „Saft“ für 20 Millionen Elektroautos gewinnen ließe. Die würden durch in der Fahrbahn verlegte Induktionsschleifen drahtlos mit Energie versorgt.

Module lassen sich wie Fliesenteppich auslegen

Die Solar-Module sind fünf bis sechs Millimeter dick und bestehen aus Elementen, die wie ein Fliesenteppich ausgelegt werden können – und das ganz individuell. Sie sind mit einem rutschfesten und bruchsicheren Spezialglas bedeckt, das auch das Gewicht eines Lastwagens aushält. Das Glas lenkt das Licht optimal auf die Fotovoltaik-Schicht im Innern. Zudem sollen die Oberflächen der Fahrbahnen sich selbst reinigen, damit so wenig Schmutz wie möglich das Sonnenlicht von den Solarzellen abhält. Integrierte LED-Lampen lassen die Seitenstreifen nachts leuchten.

Die Aachener sind nicht die einzigen, die Straßen als Energielieferant nutzen möchten. In Krommenie, einem Dorf nordwestlich von Amsterdam, wird bereits eine 70 Meter lange Strecke mit Fotovoltaik-Zellen im Boden getestet, allerdings handelt es sich da lediglich um einen Radweg.

An dem deutschen Projekt sind neben der Hochschule Aachen sowie Solmove unter anderem zwei Fraunhofer-Institute, die Bundesanstalt für Straßenwesen, das Forschungszentrum Jülich und der Spezialglashersteller JSJ Jodeit beteiligt.


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