Clevere Chemie-Anwendungen für den Alltag

50 Jahre Jugend forscht: 235.000 Talente gefördert

Ludwigshafen. Maximilian Albers hat es geschafft: Der 17-jährige Schüler aus Rheinland-Pfalz fand heraus, dass sich Energie aus Solaranlagen mit Natriumsalzhydraten chemisch speichern lässt. Als Vorbild diente das Wärmekissen, in dem festes Material immer wieder durch Wärme schmilzt und durch Abkühlen erstarrt. Das Prinzip übertrug Albers auf sein Experiment.

Für die Wärmebatterie gab es beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ den ersten Preis im Fach Chemie. Albers zählt jetzt zu der erlesenen Reihe von Gewinnern, die die Fachwelt seit 1966 das Staunen lehrt. Anlässlich der 50. Runde von „Jugend forscht“ war Bundespräsident Joachim Gauck angereist. „Sie sind für mich der Beweis dafür, wie leistungsbereit, kreativ und produktiv junge Menschen sein können“, lobte er bei der Siegerehrung im Chemiekonzern BASF alle Gewinner.

235.000 junge Leute haben bereits an dem bundesweiten Wettbewerb teilgenommen

Die Idee zu dem populären Wettbewerb für Nachwuchsforscher stammt aus den 60er-Jahren. Aus Unzufriedenheit über das deutsche Bildungssystem schmiedete Henri Nannen, damals Chefredakteur der Zeitschrift „stern“, ein Netzwerk zur Talentförderung. Er nannte es „Jugend forscht“. Sein Ziel: junge Wissenschaftler fördern. Bis heute organisiert die gleichnamige Stiftung jedes Jahr das Spektakel – und begeistert immer mehr Schüler: Starteten 1966 gerade mal 244 Teilnehmer, waren es in diesem Jahr 11.502. Insgesamt engagierten sich bis heute mehr als 235.000 Talente.

Die Liste der Erfindungen zeigt: Kreativität kennt keine Grenzen. 1969 zum Beispiel bauten zwei junge Männer aus München eine Rakete aus Papier. Das Flugobjekt erreichte eine Flughöhe von 8.400 Metern. Dank der Berlinerin Christa Dogs weiß man, dass kleine Fische (Guppys) Dreiecke und Quadrate unterscheiden können.

Die jungen Leute beweisen auch stets ein Gespür für die Zukunft: So überzeugte ein Modell zum Innenleben eines Computers die Jury bereits beim allerersten Bundeswettbewerb. Schon 1981 testeten zwei junge Saarländer die automatische Abschaltung eines Otto-Motors an einer Ampel. Fast 25 Jahre später kletterten Schüler mit einem selbst konstruierten 3-D-Rotationsdrucker aufs Siegertreppchen. Und 2014 entwickelte Fabian Schmitz aus Solingen eine Smartphone-App, die für Imker die Anzahl eines Bienesvolks errechnet.

Bis heute erfolgreiche Wissenschaftler hat der Wettbewerb ebenfalls hervorgebracht, wie den Mikrobiologen Alexander Kekulé. Als Abiturient sann er über die Wirkung von Koffein in Tee nach und gewann damit 1980 bei „Jugend forscht“ den dritten Preis in Chemie. Heute leitet er das Institut für Medizinische Mikrobiologie der Uniklinik Halle.

Alle Bundessieger und Projekte finden Sie auf jugend-forscht.de


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