Tipp der Woche

400 Euro gibt es brutto für netto


Ein Mini-Job rechnet sich – allerdings muss man ein paar Regeln beachten

Bochum. Mit einem kleinen Job die Haushaltskasse noch etwas auffüllen? Wer das plant, ist nicht allein: Es gibt rund sieben Millionen „geringfügig Beschäftigte“ im Lande. Das liegt auch daran, dass sich ein Mini-Job besonders rechnet: Denn den Mini-Lohn gibt es meistens brutto für netto.

„Wer mit so einem Job maximal 400 Euro im Monat verdient, zahlt keine Abgaben, ist unfallversichert und erwirbt geringe Rentenansprüche“, erklärt Susanne Heinrich, Pressesprecherin der staatlichen Mini-Job-Zentrale.

Abgabenfreiheit nach Feierabend

Bedingung für die völlige Abgabenfreiheit ist, dass die Lohnsteuer vom Arbeitgeber pauschal bezahlt wird: Er muss also keine Lohnsteuerkarte verlangen. Und das gilt auch nach Feierabend: Neben einer „versicherungs-pflichtigen Hauptbeschäftigung“ kann genau ein Mini-Job abgabenfrei ausgeübt werden.

Aber was sagt der Chef dazu, wenn Mitarbeiter zusätzlich einen Mini-Job annehmen? „Wenn nichts anderes vereinbart ist, muss eine Nebentätigkeit grundsätzlich nicht vom Arbeitgeber genehmigt werden“, sagt Kerstin Plack, Rechtsexpertin bei der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände. Mit einer Ausnahme: Beamte bräuchten stets eine Erlaubnis.

Arbeitnehmer müssten ihren Chef aber über eine geplante Nebentätigkeit informieren, wenn er davon betroffen sein könnte. Strengere Regeln gelten grundsätzlich für einen  Fall: „Ein Mitarbeiter darf ohne Einwilligung des Arbeitgebers keine Tätigkeit ausüben, mit der er seinem Arbeitgeber Konkurrenz macht“, sagt Plack.

Urlaubszeit ist tabu

Außerdem darf die gesetzliche Obergrenze von 48 Stunden Arbeitszeit pro Woche durch den Nebenjob nicht regelmäßig überschritten werden. Und der Urlaub dient der Erholung, so Plack weiter: In dieser Zeit darf man also nicht nebenberuflich jobben. Das gleiche gilt natürlich auch für Tage, an denen man krankgeschrieben ist.

Als Faustregel kann man sich einfach merken: Das Hauptarbeitsverhältnis darf nicht unter einem Nebenjob leiden. Plack warnt: „Wenn ein Arbeitnehmer bedingt durch seinen Nebenjob schlechte Arbeit leistet, ist unter Umständen sogar ein Schadenersatzanspruch des Haupt-Arbeitgebers möglich."

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