Fachkräfte gesucht

300 Stellen offen

Gute Konjunktur schafft Jobs – chemische Industrie braucht fähiges Personal

Die chemische Industrie in Hessen läuft derzeit rund: „Wir erwarten 8 Prozent mehr Umsatz für 2007“, so Karl-Hans Caprano, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes HessenChemie. Gerechnet hatte man mit 3 Prozent. Doch schon von Januar bis Juli stieg der Umsatz um 9 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Besonders die starke Nachfrage aus dem Ausland kurbelt die Produktion an.

Das schafft Jobs. Caprano: „Wir haben bei unseren Mitgliedsbetrieben 850 neue Stellen ermittelt.“ Das sind 1,4 Prozent mehr als 2006, laut amtlicher Statistik sogar 2,2 Prozent. Es hätten noch deutlich mehr Arbeitsplätze sein können. Doch es fehlt an Fachkräften, um sie zu besetzen. Caprano: „Wir haben 300 offene Stellen.“

Starke Investitionen mehr Einstellungen

In den nächsten Monaten wollen 27 Prozent der befragten Unternehmen noch weitere Mitarbeiter einstellen. Die geplanten Investitionen lassen ebenfalls auf einen erhöhten Personalbedarf schließen. Denn von den rund 800 Millionen Euro fließt bis Ende 2007 gut ein Drittel in Erweiterungsbauten. Dass damit zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, bestätigt ein Viertel der Unternehmen. 2008 soll das Investitionsvolumen „auf hohem Niveau stabil bleiben“, schätzt der Vorsitzende.

Die verstärkte Suche nach Fachkräften belegt auch die neueste Umfrage der hessischen Industrie- und Handelskammer: 30 Prozent von 4.000 befragten Unternehmen finden keine Leute für die offenen Stellen. Das Problem zieht sich durch alle Branchen von Industrieunternehmen über IT-Firmen und unternehmensnahe Dienstleister bis hin zum Gastgewerbe.

Den Mittelstand trifft es dabei besonders hart. Regionale Unterschiede gibt es jedoch kaum: In Nord- und Südhessen kann jedes dritte Unternehmen offene Stellen nicht mehr besetzen. In Mittelhessen ist es jedes vierte.

Caprano: „2006 haben zwar schon viele unserer Unternehmen über Fachkräftemangel geklagt. Zu diesem Zeitpunkt gab es aber nur wenige Stellen, die nicht zu besetzen waren. Die Zahl ist heute etwa acht Mal so hoch.“

Mehr Azubis für die Zukunft

Um den Mangel in den Griff zu bekommen, setzen die Firmen auf familienfreundliche Maßnahmen und bilden verstärkt aus. Manfred Hoppe, Geschäftsführer im Arbeitgeberverband: „2003 haben die Sozialpartner der chemischen Industrie eine Steigerung des Ausbildungsplatzes bis 2007 um insgesamt 7 Prozent beschlossen.“

Das Ziel haben die Arbeitgeber erheblich übertroffen: Statt der verabredeten 139 zusätzlichen Plätze boten die Unternehmer gleich 300 an. Bis 2008 sollen insgesamt 2.754 Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen.

Eine gute Ausbildung ist nämlich die Basis der Zukunft. „Die Liste der gesuchten Qualifikationen ist lang“, weiß Caprano. An erster Stelle stehen Ingenieure der unterschiedlichsten Fachrichtungen. Man braucht aber auch geeignete Kräfte für die Produktion, die Labore und den Außendienst.

Tipp: Infos zurAusbildung in der hessischen Chemie gibt’s unter www.hessenchemie.de Hoppe: „Die Chancen für eine Übernahme stehen gut.“


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