Hagen. Seit mehr als elf Jahren sind die MINT-Begeisterer in der Region unterwegs. Die zdi-Netzwerke technik_mark und Ennepe-Ruhr, die Technikzentren in Lüdenscheid und Hagen sollen, getragen vom Verein Technikförderung Südwestfalen, das Interesse für technische Berufe wecken. An die 15.000 Kinder und Jugendliche hat man auf diesem Weg schon erreicht. Geschafft hat das ein starkes Frauenteam.

Die Projektkoordinatorinnen des Vereins haben - unterstützt von Unternehmen und Bildungspartnern sowie studentischen Hilfskräften – eine Fülle von Angeboten rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) entwickelt, aufgebaut und etabliert.

Fast von Anfang an dabei ist Tharsika Sivalingam. Zur MINT-Förderung gekommen ist die Wirtschaftswissenschaftlerin als Praktikantin im Projekt „Karriere EN“. In Schulen stellte sie heimische Unternehmen, unter ihnen etliche Weltmarktführer, und deren Produkte vor. „Das war für mich neu“, erinnert sie sich: „Man arbeitet sich in die Themen ein, lernt immer dazu.“

MINT-Ferienkurse vor der Haustür

Faszinierend sei es, die breite technische Berufspalette heute den Jugendlichen vorstellen zu können und die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Schulen zu fördern. Als Netzwerkerin sieht sich auch Maren Gottschling. Die Soziologin komplettiert seit 2019 das Team, zu dem noch Sozialwissenschaftlerin Kerstin Thiel gehört.

Die drei sind mittlerweile fit in MINT-Themen, können beim Drohnenbau helfen und Tipps beim Programmieren von Robotern geben. Ihre Hauptaufgabe ist es jedoch, die Angebote zu koordinieren und zu begleiten, gemeinsam mit Unternehmen neue Projekte anzustoßen und die Verbindung zu den Schulen zu pflegen. Das ist im Moment nicht ganz einfach. „Corona hat viel gebremst“, bedauert Sivalingam. Kontakte müssen zum Teil neu aufgebaut werden.

Das MINT-Interesse ist aber nach wie vor groß – ausgebuchte Ferienkurse, zahlreiche Anfragen für einen Technikzentrum-Besuch und das gut laufende Verleihsystem, mit dem beispielsweise 3-D-Drucker, Roboter oder ein flexibles Werkzeugsystem ins Klassenzimmer geholt werden können, zeigen das. Auf diesem Weg Technikbegeisterung zu wecken, klappt. „Einige kommen immer wieder, weil es einfach Spaß macht“, sagt Gottschling.

Und das gilt auch für Mädchen. Sie sind in den Kursen zwar oft noch in der Minderheit, aber einmal da, sind sie voll dabei, so die Erfahrung der Projektkoordinatorinnen. Mädchen wie Jungen mögliche Wege für die Zukunft (in der Region) zu zeigen, ist eines ihrer Ziele: „Es ist enorm, was hier vor der Haustür machbar ist.“