Trotz aller Sorgfalt lässt es sich nicht immer vermeiden: Plötzlich schwirren Motten durchs Schlafzimmer, krabbeln Käfer in der Küche oder huschen Silberfischchen durchs Badezimmer. Wenn man nicht aufpasst, kann sich Ungeziefer in Haus oder Wohnung einnisten. Doch schon im Voraus lässt sich ein Befall oft vermeiden – indem man beispielsweise Lebensmittel nicht offen stehen lässt oder auch kleine Spalten und Ritzen in Räumen mitreinigt oder verschließt.

Kommt es dennoch zu einem Problem mit tierischen Mitbewohnern, gibt es einige Tricks, wie man sie, ohne der Umwelt zu schaden, wieder loswird. Im Folgenden lesen Sie Tipps gegen die zwölf häufigsten Schädlinge in Haus und Garten, alphabetisch sortiert:

  • Bettwanzen
  • Flöhe
  • Hausstaubmilben
  • Kleidermotten
  • Kopfläuse
  • Lebensmittelmotten
  • Mäuse
  • Obstfliegen/Fruchtfliegen
  • Ratten
  • Silberfischchen
  • Speckkäfer
  • Wespen

Bettwanzen: Häufig ein Urlaubsmitbringsel

Bettwanzen spielten für viele Jahre als Schädling im Haushalt keine große Rolle, doch seit einiger Zeit treten sie weltweit wieder vermehrt in Erscheinung, so auch in Deutschland. Die kleinen Blutsauger betrachten den Menschen als ihre bevorzugte Nahrungsquelle. Tagsüber ruhen sie und verstecken sich häufig im Bett, aber auch hinter Bildern, Leisten, Ritzen, Lichtschaltern und, und, und … Nachts kommen sie auf der Suche nach Nahrung heraus und lassen sich vom Körpergeruch und der vom Menschen ausgehenden Wärme leiten.

Haben sie ein Opfer gefunden, beißen sie zu und versuchen, ans Blut zu kommen. Bisweilen benötigen sie dafür mehrere Versuche, sodass befallene Menschen morgens mehrere rote Punkte auf beziehungsweise in ihrer Haut finden, manchmal aufgereiht wie eine Straße. „Misstrauisch werden sollte man auch, wenn man im Bettgestell kleine, schwarze Punkte entdeckt, denn die Wanzen geben während ihrer Wanderung zum Menschen Kottropfen ab“, erklärt Erik Schmolz, Experte für die Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen beim Umweltbundesamt (UBA) in Berlin.

Ins Haus oder die Wohnung holt man sich die Tiere zum Beispiel als blinde Passagiere auf Urlaubsreisen. Im Feriengebiet krabbeln sie in die Kleidung, wenn diese im Hotelzimmer in den schon befallenen Schrank geräumt wird. Schmolz rät deshalb, die Kleidung in Koffer oder Tasche zu lassen. „Der Koffer sollte zudem nicht auf dem Boden stehen, sondern auf dem Kofferständer, damit die Bettwanzen nicht hineingelangen können.“ Außerdem ist es empfehlenswert, das Hotelbett auf Befall zu kontrollieren. Bei Verdacht sollte das Reisegepäck zu Hause zum Auspacken in die Badewanne gestellt und dort vorsichtig ausgepackt werden, damit sich die Insekten nicht gar nicht erst in der Wohnung verstecken können.

Aber nicht nur als Urlaubsmitbringsel sind Bettwanzen berüchtigt, sondern auch mit Secondhand-Käufen kann man sich die Tierchen einhandeln. So hat man sie beispielsweise schon in DVD-Hüllen gefunden. Gebraucht gekaufte Matratzen oder Möbel sollten immer akribisch untersucht werden. Auch eine längere Zeit leer stehende Wohnung kann noch befallen sein, weil die Insekten monatelang hungern können und sehr widerstandsfähig sind.

Zwar sind Bettwanzen-Bisse normalerweise nicht gefährlich, sofern der Betroffene nicht allergisch reagiert, dennoch sollte ein Befall sofort bekämpft werden, und zwar vom professionellen Schädlingsbekämpfer, so Schmolz. Der wird in der Regel ein Insektizid einsetzen oder den betroffenen Raum auf 50 bis 60 Grad Celsius aufheizen, sodass die Wanzen eingehen. Diese Prozeduren müssen oft mehrmals wiederholt werden, um alle Tiere zu erwischen.

Hat man nur kleinere betroffene Gegenstände, zum Beispiel eine CD-Hülle, kann diese – gut eingepackt – für drei Tage in den Gefrierschrank bei minus 18 Grad oder im Sommer in die Sonne gelegt werden. Die extremen Temperaturen überleben die Wanzen nicht.

Flöhe: Bringen Hunde und Katzen mit ins Heim

Wer sein Zuhause mit Hund oder Katze teilt, hat bisweilen auch mit ihnen zu tun: Flöhen. In Europa am weitesten verbreitet ist der Katzenfloh – und der sucht sich nicht nur Katzen als Wirtstier aus, sondern sticht auch Menschen. Denn der Floh ernährt sich von Blut. So auch Hundeflöhe.

Die Flöhe leben nicht zwingend permanent auf den befallenen Tieren, sondern auch in den Schlafplätzen der Tiere sowie in Teppichen oder Polstermöbeln. „Deshalb müssen bei einem Befall nicht nur die Katze oder der Hund entfloht werden, sondern auch ihre Liegeplätze“, sagt Schmolz. Wer vermutet, dass sein Haustier Flöhe hat, weil es sich dauernd kratzt, kann das leicht herausfinden: Am einfachsten geht das, wenn Hund oder Katze auf einer weißen Unterlage stehen und ordentlich ausgebürstet werden. So fällt der Kot des Flohs mit heraus und ist gut auf dem Untergrund zu erkennen.

Dann sollte umgehend gehandelt werden: Zwar übertragen Flöhe heute hierzulande keine ernsthaften Erkrankungen mehr, aber die Stiche, die oftmals in einer Linie auf der Haut zu finden sind, jucken stark. Wird daran herumgekratzt, können sie sich entzünden und auch allergische Reaktionen hervorrufen.

Zunächst einmal sind die Tiere zu entflohen. Dafür gibt es etwa beim Tierarzt die entsprechenden Medikamente. Ein Flohhalsband wirkt vorbeugend und verhindert einen neuen Befall. Die Schlaf- und Liegeplätze des Haustiers müssen gründlich gereinigt werden, weil dort wesentlich mehr Flöhe zu finden sind als auf dem Tier selbst. So sollte mehrfach gesaugt werden, um alle Flöhe und deren Larven, die wie kleine Würmchen aussehen, zu beseitigen. Decken gehören bei 60 Grad in die Wäsche, sagt der Experte. Wird man der Lage nicht Herr, hilft ein Schädlingsbekämpfer weiter.

Hausstaubmilben: Für Allergiker eine Qual

An sich sind Hausstaubmilben ungefährlich. Denn die winzig kleinen Spinnentiere übertragen keine Krankheiten, beißen oder stechen auch nicht. Für Allergiker sind sie allerdings eine Qual, weil ihr Kot eines der bedeutendsten Allergene in Räumen ist.

Hausstaubmilben ernähren sich vorwiegend von Hautschuppen, die der Mensch verliert. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Matratze, Kopfkissen und Bettzeug, sie sind aber auch in Teppichen oder Stofftieren zu finden. Besonders im Bett fühlen sie sich wohl: Dort ist es warm und feucht, weil der Mensch im Schlaf bis zu einem halben Liter Wasser ausschwitzt und -atmet.

Mit recht einfachen Mitteln kann man ihnen aber die Verbreitung zumindest erschweren: „Schon mit dem Lüften von Bettdecke und Kopfkissen lässt sich viel erreichen“, sagt Schmolz. „Wenn möglich, sollten auch Teppiche von Zeit zu Zeit draußen aufgehängt und ausgeklopft werden.“ Zudem ist es wichtig, Kopfkissen und Bettdecke regelmäßig zu waschen und die Bettwäsche wöchentlich zu wechseln.

Das Schlafzimmer sollte außerdem nicht zu warm sein (höchstens 18 Grad Celsius) und ebenfalls regelmäßig gelüftet werden, damit dort die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist. Befallene Stofftiere können entweder bei 60 Grad gewaschen werden oder für 24 Stunden in die Gefriertruhe wandern, das tötet die Tiere ab.

Wer allergisch reagiert, kann sich außerdem allergikerfreundliche Bettwaren kaufen oder Milbenschutzbezüge – auch „Encasings“ genannt – über Matratze, Bettdecke und Kissen ziehen – dann können die Milben dort nicht eindringen.

Kleidermotten: Ihre Larven fressen alles, was vom Tier stammt

Der schöne Wollpullover oder der Pelzmantel … Manche erleben eine unangenehme Überraschung, wenn sie Kleidungsstücke nach dem Sommer wieder herausholen, weil die kalte Jahreszeit vor der Tür steht: Viele kleine Löcher zieren das gute Stück. Hier war die Kleidermotte am Werk, genauer gesagt deren Larven!

„Die Larven fressen alles, was tierisch ist, also Wolle, Pelze, Haare oder Fell“, erklärt Rüdiger Plarre von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin. Baumwolle können sie zwar nicht verwerten, arbeiten sich aber trotzdem auch durch dieses Gewebe hindurch, wenn sich etwa ein T-Shirt zwischen zwei Wollpullover verirrt hat.

Misstrauisch sollte man werden, wenn man im Kleiderschrank zarte Gespinste entdeckt – diese deuten auf die nachtaktiven Falter beziehungsweise dessen Larven hin. Wird der Befall festgestellt, sollte man unverzüglich tätig werden, auch wenn die Motten nicht gesundheitsschädlich sind. „Betroffene Kleidungsstücke kann man eine Woche einfrieren, das tötet die Mottenlarven ab.“ Genauso wie große Hitze: Wird der Befall im Sommer bemerkt, kann man die Kleidungsstücke in schwarze Folie packen und einige Stunden in die pralle Sonne legen – oder in den Kofferraum des Autos.

Zudem ist es unerlässlich, den Schrank gründlich auszusaugen und auch den Staubsaugerbeutel anschließend sofort zu entsorgen, damit sich von dort aus nicht wieder ein neuer Befall ausbreitet. „Wichtig ist es, den Befallsherd zu finden“, sagt Plarre. Das ist manchmal nicht einfach, weil die Motten auch in kleinsten Ritzen leben können.

Tauchen immer wieder neue Motten auf, weil man die Quelle nicht erwischt hat, kann man zu Pheromonfallen greifen. „Diese können bei der Lokalisierung helfen. Dazu stellt man die Falle in dem Raum auf, in dem man den Herd vermutet, und schließt Türen und Fenster, sodass keine Motten von außen angelockt werden können. Finden sich dann in der Falle die Falter, weiß man zumindest, dass der Herd in diesem Zimmer ist.“

Zur Eindämmung der Mottenplage kann man sich auch einen biologischen Gegenspieler zur Hilfe holen: Schlupfwespen, die man etwa in Drogerien oder im Online-Handel kaufen kann. Dazu lässt man die winzigen Tierchen – sie sind nicht einmal zwei Millimeter groß und mit bloßem Auge kaum zu sehen – im befallenen Raum in der Nähe des vermuteten Herdes frei. „Die Schlupfwespen finden die Mottenlarven und legen ihre Eier hinein, sodass sich keine neuen Falter mehr daraus entwickeln können“, erklärt der Experte das Prinzip. Sind keine Mottenlarven mehr zu finden, verschwinden die Schlupfwespen von allein wieder. Sie können sich dann nicht weiter vermehren und haben ohnehin nur eine kurze Lebensdauer.

Wer von vornherein verhindern möchte, dass sich die gefräßigen Larven über den teuren Kaschmirschal und dergleichen hermachen, sollte ihnen erst gar keine Gelegenheit geben, an die Textilien zu kommen: Räumt man die dicken Sachen den Sommer über weg, sollte man sie gut verschlossen in Plastikfolien einpacken und am besten noch Lavendel oder Zedernholz mit hineingeben – diese Gerüche mögen Motten nicht. Mottenpapier oder -kugeln dampfen Biozide aus, auch dies kann man mit in den Schrank hängen. „Bei sachgemäßem Gebrauch sind die Biozide für den Menschen unschädlich, aber die empfohlene Dosierung darf nicht überschritten werden“, so Plarre.

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Kopfläuse: Befall muss hartnäckig bekämpft werden

Kopfläuse befallen nur den Menschen und kommen hauptsächlich bei Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter vor – viele Eltern haben damit leidvolle Erfahrung gemacht. Im Haar lebt die Laus dauerhaft, wenn sie nicht vertrieben wird. Und das ist nicht so einfach. „Dazu müssen die nassen Haare vollständig mit einem feinzinkigen Läusekamm durchgearbeitet werden, um die Tiere und deren Eier auszukämmen“, erklärt Schmolz.

Zusätzlich ist immer ein Spezialshampoo anzuwenden, das gegen die Läuse wirkt. Es ist darauf zu achten, nur Shampoos zu verwenden, die als Arzneimittel oder Medizinprodukt gegen Kopfläuse zugelassen sind. Die Behandlung muss zudem nach acht bis zehn Tagen wiederholt werden, damit sich durch überlebende Tiere kein neuer Befall ausbreitet.

Wichtig: „Damit Infektionsketten unterbrochen werden, müssen sich vorbeugend alle Familienmitglieder mitbehandeln, zudem müssen sämtliche Kontaktpersonen informiert werden, ebenso Kita und Schule.“ Ein Befall mit Kopfläusen ist meldepflichtig, und die Betroffenen dürfen erst wieder in die Einrichtung zurückkehren, wenn auch der letzten Laus der Garaus gemacht wurde.

Damit nicht nach kurzer Zeit alles wieder von vorn losgeht, sollte außerdem die Bettwäsche bei 60 Grad Celsius gewaschen werden, genauso Kuscheltiere, die im Bett in Kopfnähe liegen. Teddy und Co. können aber auch bei minus 18 Grad Celsius für zwei Tage in die Gefriertruhe wandern. Das überstehen Läuse, Larven und Eier nicht.

Lebensmittelmotten: Dem Schädling mit Hygiene zu Leibe rücken

Lebensmittelmotten sind ebenfalls eine Plage. Wenn man sie einmal in der Wohnung hat, kann es schwer sein, sie wieder loszuwerden – so gut sind sie beziehungsweise die Larven bisweilen versteckt: unter Leisten und Tapeten, in Ritzen und Spalten.

Bisweilen sorgt man selbst für die Verbreitung in Haus oder Wohnung: „Oft sind bereits die Lebensmittel kontaminiert, die man kauft, zum Beispiel Getreide- und Vollkornprodukte, Nüsse oder Früchtetee oder auch Futter für Hamster oder Vögel“, zählt Cornel Adler vom Julius-Kühn-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Quedlinburg, einige Beispiele auf. Die Lebensmittelmotten können aber auch von draußen hereinkommen.

Um einen Befall von vornherein zu vermeiden, hilft Hygiene. „Der gründliche Frühjahrsputz, bei dem auch alle Ecken und Ritzen gereinigt werden, ist zur Verbeugung sehr gut, weil die Motten als Larve überwintern und dann mit weggewischt werden, bevor sie sich zum Falter entwickeln“, so der Experte. Zusätzlich sollten alle Lebensmittel immer gut eingepackt werden, trockene in feste Behälter, feuchte in möglichst dicht verschließbare Gläser. Blechdosen reichen nicht, dort können die Tierchen eindringen.

Hat man Lebensmittelmotten in Haus oder Wohnung, gilt es auch hier wieder, schnell zu handeln, den Herd zu finden und zu beseitigen – also den Vorratsschrank zu kontrollieren, aber nicht nur die Lebensmittel selbst, sondern auch die Ritzen oder etwa Bohrungen, in die Schrankböden eingelegt werden können. Helfen können wie bei den Kleidermotten Pheromonfallen oder doppelseitiges Klebeband.

„Zur Früherkennung sind solche Fallen gut geeignet, aber zur Bekämpfung nicht immer ausreichend. Da ist Hygiene das A und O.“ Hat man Schwierigkeiten, die Quelle zu lokalisieren, kann man sich auch bei Lebensmittelmotten Schlupfwespen zur Unterstützung holen. Sie verschwinden von allein, wenn sie keine Mottenlarven mehr finden, in die sie ihre Eier legen können.

Mäuse: Bei einem Befall schnell reagieren

Wer im Altbau wohnt, kann auch schon mal von Hausmäusen Besuch bekommen – beispielsweise, wenn in der Nachbarschaft ein Haus abgerissen wird und sich die nun obdachlosen Nager auf die Suche nach einem neuen Zuhause machen. „Mäuse können sich durch schmalste Spalten quetschen; wo der ungefähr ein Zentimeter breite Kopf durchpasst, kommt auch der Rest durch“, so Schmolz.

Da Mäuse diverse Krankheiten übertragen oder verschlimmern können und nicht nur an die Vorräte des Menschen gehen, sondern auch elektrische Leitungen anknabbern, sollten sie schnellstmöglich entfernt werden. Die Hausmaus kann bis zu achtmal jährlich drei bis acht Junge bekommen. Wenn der Befall noch überschaubar ist, kann man es mit Mäusefallen selbst probieren. Hier gibt es entweder Schlagfallen oder Lebendfallen.

Der Biologe gibt zu bedenken: „Auch Lebendfallen sind nicht zwingend tierfreundlicher – werden die gefangenen Mäuse zum Beispiel im Park ausgesetzt, verhungern sie, weil sie dort nichts zu fressen finden.“ Lässt man sie hingegen am Wohnort laufen, verlagert sich das Problem auf die Nachbarschaft. Ist der Befall schon zu groß, ist es besser, einen Schädlingsbekämpfer zu Hilfe zu rufen.

Und Achtung: Bei einer anschließenden Reinigung, zum Beispiel beim Ausfegen des Kellers oder Gartenschuppens, sollte immer eine Maske getragen werden, da sich im aufwirbelnden Mäusekot Krankheitserreger befinden können. Um Mäuse gar nicht erst anzulocken, sollten Lebensmittelvorräte sicher und unzugänglich verpackt werden. Bei Altbauten kann auch eine Sanierung ratsam sein wie zum Beispiel die Entfernung von Zwischenböden, die den Nagern Wohnraum bieten.

Obstfliege/Fruchtfliege: Eine kommt selten allein

Die Obstfliege – wissenschaftlich korrekt Taufliege, im Volksmund auch Frucht-, Gär-, Most- oder Essigfliege genannt – taucht auf, wenn es über 20 Grad Celsius warm ist, und dann zumeist in Scharen. Angezogen wird sie von faulendem Obst oder beispielsweise vom Kompost. Sie ist für den Menschen ungefährlich, trotzdem wirkt es nicht sehr appetitlich, wenn sich um die Obstschale herum Fliegenschwärme niederlassen.

Schwirren sie durch die Küche, sollte man zunächst die Quelle suchen, beispielsweise faulendes Obst, und diese beseitigen, sagt Schmolz. Ein bewährtes Hausmittel: einen Behälter mit Essigwasser und einem Spritzer Spülmittel aufstellen. Das ist für die lästigen Fliegen unwiderstehlich und lockt sie an. Im Handel gibt es Fruchtfliegenfallen zu kaufen, auch Klebestreifen sind ein wirksames Mittel gegen die Plage.

Vorbeugend sollten im Sommer Obst und Gemüse im Kühlschrank gelagert oder so abgedeckt werden, dass die Fliegen nicht herankommen. Außerdem sollten Behälter für organische Abfälle wenigstens einmal täglich geleert werden.

Ratte: Ein Fall für Schädlingsbekämpfer

Wie die Hausmaus können in Altbauten auch gelegentlich Ratten zu finden sein. Die sind wesentlich schwerer zu fangen, weil sie vorsichtiger als Mäuse sind, sagt Schmolz. Hier ist es immer ratsam, den professionellen Schädlingsbekämpfer zu rufen. In friedlicher Koexistenz mit den Tieren zu leben, ist nicht erlaubt: „Ein Rattenbefall ist in der Regel bekämpfungspflichtig“, so der Biologe. Außerdem muss er den örtlichen Behörden gemeldet werden, denn Ratten können zahlreiche Krankheiten übertragen.

Vorbeugen lässt sich wie bei der Hausmaus dadurch, dass man Ratten keinen Lebensraum bietet, also Lebensmittel für sie unerreichbar aufbewahrt und Schlupfwinkel wie zum Beispiel Zwischenböden entfernt.

Silberfischchen: Sie lieben es feucht und dunkel

Ob im Bad oder im Keller: Kommt man in dunkle Räume und macht das Licht an, sieht man sie schnell davonhuschen: Silberfischchen. Gefährlich sind sie für den Menschen nicht, sie beißen nicht und übertragen keine Krankheiten, erklärt Schmolz. Trotzdem möchte man sich nicht unbedingt mit ihnen das Zuhause teilen.

Die lichtscheuen Krabbler mögen es feucht, dunkel und warm. Tagsüber verstecken sie sich in Ritzen und Spalten und kommen erst heraus, wenn es düster ist. Sie mögen gern zucker- und stärkehaltige Nahrung, machen aber auch vor Tapetenkleister sowie Hausstaubmilben oder Hautschuppen nicht halt. Finden sie mal nichts zu essen, schadet ihnen das nicht: Sie können mehrere Monate ohne Nahrung durchhalten.

Wenn der Befall nicht zu stark ist, kann man selbst versuchen, die unliebsamen Mitbewohner zu vertreiben, indem man ihnen den Lebensraum nimmt: „Durch Lüften und Heizen kann die Luftfeuchtigkeit gesenkt werden, mit regelmäßigem Absaugen und Verschließen von Ritzen und Spalten nimmt man ihnen die Rückzugsräume.“ Hat man sehr viele Silberfischchen, können Mittel aus dem Baumarkt oder ein Profi weiterhelfen. Und Achtung: Ein starker Befall kann auf feuchte Wände hindeuten, deshalb kann es auch ratsam sein, die bauliche Substanz zu untersuchen.

Speckkäfer: Stehen auf Lederschuhe und Tierhaare

Es gibt auch einige Käfer, die im Haushalt nicht erwünscht sind. Der Speckkäfer zum Beispiel knabbert nicht nur an Teppichen, sondern sogar an Lederschuhen, Pelzmänteln und -stiefeln, erklärt Adler. Zur Vorbeugung hilft auch hier wieder Hygiene, insbesondere wenn Hund oder Katze mit im Haushalt leben.

Denn deren Haare sind verlockende Nahrungsquellen für die Käfer. Regelmäßiges Reinigen der Wohnung – auch in Bereichen unter oder hinter Möbeln, wo sich schon mal Hausstaub zu Wollmäusen zusammenballt – ist wichtig. Leder- oder Pelzwaren, die gerade nicht getragen werden, sollten vorsorglich gut eingepackt werden, damit sich dort nicht unbemerkt eine Käferpopulation ausbreiten kann.

Stellt man einen Befall fest, steht auch hier die Suche nach der Quelle an erster Stelle. Adler: „Dies könnte ein totes Tier im Dachstuhl sein oder vielleicht ein Vogelnest oder Nistkasten dicht am Haus.“ Gerade Altbauten bieten oft gute Versteckmöglichkeiten für die Käfer. Zur Lokalisierung kann man Pheromonfallen einsetzen, für eine vollständige Bekämpfung sind sie aber nicht ausreichend.

Hat man befallene Kleidungsstücke, dann kann man den Käfern entweder mit Kälte oder Wärme zu Leibe rücken. Die Kleidung kann beispielsweise eingefroren oder für mehrere Stunden im Backofen mit Umluft bei mindestens 60 Grad Celsius aufgeheizt werden. Die Schränke, in denen die befallenen Stücke lagerten, müssen ebenfalls akribisch gereinigt werden – am besten mehrfach aussaugen und anschließend mit Essigwasser putzen. Denn die Tiere sind äußerst widerstandsfähig, die Larven können sogar zwei Jahre hungern.

Wespen: Lebensmittel ziehen sie an

Wer kennt das nicht: Man hat einen leckeren Kuchen gebacken und schon schwirren Wespen herein. Solche einzelnen Wespen, die sich im Sommer ins Haus verirren, können leicht wieder nach draußen gebracht werden, indem man ein Glas über sie stülpt und die Öffnung dann vorsichtig auf ein Blatt Papier schiebt. Hierfür ist kein Einsatz von Insektiziden nötig. Um von vornherein zu verhindern, dass die Wespen von den Leckereien angezogen werden, sollten Lebensmittel deshalb gut abgedeckt und nicht offen stehen gelassen werden.

Professionelle Unterstützung braucht man aber, wenn die Wespen ein Nest am Haus oder dicht zur Wohnung bauen. „Der Nestbau geschieht im Frühjahr. Dafür suchen die Wespen dunkle, geschützte Orte auf, zum Beispiel einen Rollladenkasten oder den Dachboden“, sagt Schmolz. Manche Arten bauen auch frei hängende Nester an Bäumen im Garten. Sollte das Nest nicht stören, kann man es hängen lassen, da es ohnehin nur einjährig genutzt wird. Sitzt der Bau jedoch an einer Stelle, von der aus dieTiere immer wieder in Haus kommen oder sich die Bewohner gestört fühlen, helfen Profis weiter.

„Manchmal ist möglich, das Nest umzusetzen, hierfür kann man sich eventuell an einen Imker oder den örtlichen Naturschutzbund wenden.“ Geht das nicht, kann ein Schädlingsbekämpfer das Nest mit Insektiziden behandeln. Zum Herbst sollten die verlassenen Nester entfernt werden. „Sie werden zwar nicht wieder besiedelt, signalisieren aber den Wespen im kommenden Frühjahr, dass hier ein guter Wohnort sein könnte“, so Schmolz. Aber: „Ein Hornissen- oder Hummelnest darf nicht entfernt werden, da beide Arten unter Naturschutz stehen“, sagt der Biologe. In einem solchen Fall sollte die örtliche Naturschutzbehörde verständigt werden.

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