Wer beim Autofahren die Orientierung behalten will, verlässt sich meistens auf sein Smartphone und nutzt Google Maps. Doch die App kann wesentlich mehr, als nur von einer Stadt zur nächsten zu navigieren.

Statt einfache Navigation die Staufunktion mitbenutzen

Selbst auf einfachen Fahrten kann man aus Google Maps viel mehr herausholen: Brian Rotter vom Digital-Magazin „t3n“ rät, beispielsweise die Staufunktion zu nutzen. Dazu muss man allerdings mit aktiver Internetverbindung fahren. „Die App empfiehlt bei Stau Alternativstrecken“, sagt der Digitalexperte. „Allerdings sollte man sich den Grund für die Verzögerung ansehen. Denn es dauert in der Regel lange, bis beispielsweise eine ungesicherte Unfallstelle geräumt ist. Dann ist die Alternativroute sinnvoll. An einer Baustelle dagegen kommt man üblicherweise schnell vorbei. Dann ist eine Alternativstrecke nicht zwingend nötig.“

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Smartphone im Flugmodus – die Fahranweisungen gibt es trotzdem weiter

Google Maps kann man auch offline nutzen. Rotter rät dazu, wenn man im Ausland unterwegs ist und möglicherweise einen nicht optimalen Mobilfunkvertrag für diesen Zweck hat. „Dann sollte man sich seine Route vorher im WLAN herunterladen.“ Dazu öffnet man Google Maps und gibt im Suchfeld den betreffenden Ort ein. Am unteren Rand des Bildschirms wird dann der Ort angezeigt. Tippt man darauf, öffnet sich ein Fenster mit zusätzlichen Optionen. Daraus wählt man „Herunterladen“. Man kann den Ausschnitt auf der Karte noch verschieben oder ändern. Die Karte wird dann heruntergeladen; das kann einige Zeit dauern. Dann ins Menü zurückkehren und auf den Punkt „Offline Karten“ tippen. Dort findet man die Karte, die jetzt 30 Tage zur Verfügung steht. 

So erspart man sich eine unerwartet hohe Mobilfunkrechnung. Rotters ergänzender Geheimtipp: „Die Navigation starten und nach dem Start den Flugmodus einschalten.“ Dann ist das Handy nicht mehr online, die App funktioniert aber weiter. „Sie zeigt zwar das umliegende Kartenmaterial nicht mehr an“, so der Digitalexperte. „Aber die Fahranweisungen reichen ja aus.“ Außerdem spart man so Akkuleistung – was wichtig ist, wenn man beispielsweise das Ladekabel vergessen hat.

Beim Städtetrip: Parkplatz des eigenen Autos in Maps abspeichern

Auch Jamal Fischer vom Technikmagazin „Chip“ hat einen Tipp: „Gerade wenn man in den Urlaub fährt, muss man nicht immer die schnellste Strecke nehmen. Oft liegen auf dem Weg interessante Sehenswürdigkeiten. Diese kann man als Zwischenstopp einfügen“, sagt er. Dazu klickt man nach der Zieleingabe oben rechts auf die drei Punkte und wählt „Zwischenstopp“ aus. So lassen sich übrigens auch Rundreisen planen. Der zweite Tipp von Fischer gilt unter dem gleichen Menüpunkt für „Start- und Ankunftszeit festlegen“: „Ich wähle statt ‚Jetzt starten‘ gerne ‚Ankunft bis‘ aus. Dann kann ich ziemlich sicher sein, dass ich rechtzeitig ankomme.“

Fischers dritter Tipp ist für die, die mit dem Auto einen Städtetrip machen: Wer geparkt hat und dann Google Maps öffnet, findet dort seinen Standort in Form des blauen Punktes. Tippt man diesen an, öffnen sich mehrere Funktionen. Unter ihnen den Punkt „Parkplatz speichern“ auswählen. So kann man seine Parkposition festlegen. Der dadurch gespeicherte Ausgangs- und Zielpunkt bleibt auf der Karte sichtbar – als violettes Symbol mit dem Buchstaben P. Zum späteren Löschen einfach auf das P klicken und „Löschen“ im Menü antippen. Fischers Fazit: „Findet man später nicht mehr zum Parkplatz zurück, kann man sich mit Google Maps führen lassen.“

Maps speichert sehenswerte Orte wie Museen, Cafés oder Restaurants

Auch Sehenswürdigkeiten und Restaurants können sich Reisende beim Städtetrip mit Google Maps merken: Nachdem man beispielsweise ein Museum auf Maps angeklickt hat, schiebt man den unteren Teil des Bildschirms nach oben. Dann lässt sich der Ort speichern. Wer in einem Ort mehrere Museen besuchen, sich Läden, Cafés und Restaurants merken möchte, der kann sich auch eine Urlaubsliste anlegen. Später wählt man das Wunschziel aus der Liste aus und lässt sich dorthin führen.

Rotter rät allerdings dazu, die Urlaubsplanung zu Hause am Laptop oder PC zu machen: „Der Smartphone-Bildschirm ist für den schnellen Blick vor Ort gedacht. Wer eine längere Reise plant, kommt möglicherweise mit dem großen Bildschirm besser zurecht.“ Die Strecke sendet man sich dann aufs Smartphone, damit sie auch mobil verfügbar ist. Das geht am besten, wenn man im Google-Maps-Menü auf „Karte teilen oder einbetten“ klickt. Dort bekommt man einen Link, den man dann beliebig kopieren und weiterleiten kann.

Wertvoller Tipp für Familien: Geht jemand verloren – Standort teilen und sich von der App führen lassen

Noch ein Tipp von Fischer für Städtereisende: „Wenn ein Paar oder eine Familie vor Ort getrennt unterwegs ist und sich wieder treffen möchte, schickt man den anderen einfach seinen Standort. Voraussetzung ist allerdings, dass der Partner auch ein Google-Konto hat und man selbst die Kontaktdaten hat. Ist das der Fall, kann man mit Tippen auf sein Profilbild oder seine Initialen unter Standortfreigabe die betreffende Person hinzufügen. Hier kann man auch festlegen, wie lange man den Standort teilen will. Nun muss man Google Maps auf Anfrage noch die Zugriffsberechtigung für die Kontakte gewähren.“ 

Das Smartphone weist einem über „Live View“ den Weg

Und noch eine Funktion hilft in der Stadt, schnell ans Ziel zu kommen: Live View. „Dazu hält man das Smartphone senkrecht vor sich“, so Fischer. Dann sieht man nach der Live-View-Aktivierung seine Umgebung durch die Kamera. Zusätzlich sind dort jedoch richtungsweisende Pfeile zu sehen, die den Weg weisen. „Das kann hilfreicher sein als eine abstrakte Karte“, sagt Fischer.

Google Maps als Navigation für den öffentlichen Nahverkehr nutzen

Wer am Ziel lieber mit Bus und Bahn unterwegs ist, kann sich mit Google Maps die entsprechenden Verbindungen anzeigen lassen. Das klappt zwar nicht immer perfekt, aber sehr oft. Dazu zunächst den Ort eingeben und die Funktion „Route“ wählen. Dann erscheinen im oberen Teil Mobilitätssymbole: Auto, Bahn, Fußgänger oder Fahrrad. Klickt man etwa auf das Bahnsymbol, gibt die App empfehlenswerte Routen mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Klickt man diese an, bekommt man weitere detaillierte Informationen.

Google Maps hat auch einen Fußgänger- und Fahrradfahrer-Modus. „Ein sehr praktisches Feature für diese Nutzergruppen ist das Höhenprofil“, sagt Rotter. Es ist automatisch im unteren Teil des Bildschirms sichtbar, wenn der Nutzer im Fahrradfahrer- oder Fußgängermodus unterwegs ist. So kann man sich auf Steigungen vorbereiten oder diese vermeiden. 

Tipps zu alternativen Online-Kartendiensten wie Komoot oder Karten von Apple gibt es übrigens auch auf aktiv-online.de.