Köln. Das wünscht sich keiner, aber passieren kann es durchaus immer noch: Das Gesundheitsamt ordnet eine corona-bedingte Quarantäne an. Bisher wurden Berufstätige grundsätzlich für den Verdienstausfall entschädigt, wenn sie wegen einer Quarantäne nicht arbeiten konnten. Nachdem einzelne Bundesländer diese Rechtslage schon geändert haben, tritt nun auch bundesweit eine neue Vereinbarung zwischen den Bundesländern in Kraft, die zwischen Geimpften oder Genesenen und Ungeimpften unterscheidet. Zentraler Punkt: Impfgegner bekommen im Quarantänefall ab 1. November in aller Regel keine Entschädigung für den Lohnausfall mehr.

aktiv erklärt, was dann genau für wen gilt – und wie die neue Verwaltungspraxis begründet wird.

Nach Urlaub in einem Corona-Hochrisikogebiet müssen Ungeimpfte zu Hause bleiben

Wer muss eigentlich wann in Quarantäne? Stellt sich heraus, dass man engen Kontakt mit einem Infizierten hatte oder mit einem Infizierten zusammenlebt, fragt das Gesundheitsamt den Impfstatus ab. Geimpfte und Genesene dürfen dann trotzdem raus – vorausgesetzt, sie sind selbst nicht positiv getestet worden. Ungeimpfte dagegen erhalten eine Quarantäneanordnung. Diese muss dem Arbeitgeber vorgelegt werden. Eine Entschädigung für den Verdienstausfall gibt es dann ab November in ganz Deutschland nicht mehr.

Was gilt, wenn man im Ausland war und (noch) keinen Impfschutz hat? Je nach Reiseziel muss man damit rechnen, dass man für einige Zeit die eigenen vier Wände nicht verlassen darf. Reiserückkehrer aus einem Hochrisikogebiet (aktuelle Übersicht: ao5.de/risiko) müssen eine Einreiseanmeldung ausfüllen und ihren Impf- oder Genesenenstatus nachweisen. Geimpfte und Genesene können sich dann in der Heimat ohne Einschränkungen bewegen.

Ungeimpfte Heimkehrer dagegen müssen nach der Wiedereinreise schnurstracks in ihre Wohnung und dort zehn Tage bleiben, auch wenn sie – etwa am Flughafen – negativ getestet wurden. Können sie deshalb nicht arbeiten, gibt es nun kein Geld mehr vom Betrieb. Erst ab dem fünften Tag kann man sich in solchen Fällen freitesten und wieder zur Arbeit gehen. Lohnersatz für die Quarantänezeit steht ungeimpften Rückkehrern nur dann zu, wenn sie sich in einem sogenannten Virusvariantengebiet aufgehalten haben. Dieser Fall ist in der Praxis derzeit aber extrem selten.

Wer sich nicht impfen lassen kann, bekommt weiterhin Lohnersatz

Im Quarantänefall darf der Arbeitgeber nunmehr nach dem Impfstatus fragen, um zu prüfen, ob eine Entschädigung für das entgangene Einkommen überhaupt ausgezahlt wird. Dem Antrag auf Erstattung muss der Arbeitgeber eine Erklärung des Arbeitnehmers über den Impfstatus beifügen. Diese Erklärung muss der Arbeitgeber vor Auszahlung der Leistung haben. Dafür scannt man am besten das Impf- oder Genesenenzertifikat ein und schickt es an die Firma.

Für positiv Getestete ändert sich durch die neue Rechtslage übrigens nichts: Sie müssen zu Hause bleiben und bekommen weiterhin einen Lohnersatz, unabhängig vom Impfstatus. Auch Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen gar nicht impfen lassen können oder für die eine Impfung nicht empfohlen wird, werden in Quarantäne weiterhin bezahlt.

Und wie begründet der Gesetzgeber die Änderung? Ganz einfach: Mittlerweile hätte jeder, für den es eine Impfempfehlung gibt, ein Impfangebot annehmen können. Und mit der Corona-Schutzimpfung hätte eine Quarantäne von vornherein vermieden werden können – und damit auch der Verdienstausfall.