Goch. Täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren, das kostet ziemlich viel Geld. Und es ist kein Klischee, dass die meisten ganz allein in ihrem Wagen sitzen: Fast zwei Drittel der Wege zum Arbeitsplatz werden mit dem Pkw zurückgelegt, dabei sitzen „im Durchschnitt nur 1,075 Personen im Auto“ – das zeigte im Frühjahr eine Studie für Agora Verkehrswende auf.

Das Sparpotenzial durch die gute alte Fahrgemeinschaft ist also riesig. Und nebenbei profitiert auch die Umwelt. Rolf Mecke vom Verkehrsclub Deutschland kennt einen weiteren Pluspunkt: Das Unfallrisiko auf dem Arbeitsweg sinkt in der Regel, wenn man nicht allein fährt, und besonders deutlich, wenn auch Frauen im Auto sitzen.

Oft läuft es viel besser als befürchtet. Einfach mal ausprobieren!

Viele Autofahrer würden bei dem Thema unnötige Befürchtungen hegen, so Mecke weiter: „Erfahrungsgemäß funktionieren Fahrgemeinschaften meist sehr viel besser, als die Beteiligten anfangs vermutet haben.“ Man muss sich also einen kleinen Ruck geben – und es einfach mal ausprobieren!

Besonders einfach geht das natürlich, wenn man sich mit einem oder mehreren Menschen aus dem gleichen Betrieb zusammentut. „Immer mehr Unternehmen haben sogar ein betriebliches Mobilitätsmanagement und organisieren entsprechende Kontakte“, sagt Mecke. Findet sich kein passender Kollege, sollte man nicht gleich aufgeben. „Studien zeigen, dass im Umfeld sehr häufig passende Pendler wohnen“, erklärt der Mobilitätsexperte.

Finden kann man diese Menschen zum Beispiel über spezielle Portale, etwa beim ADAC-Mitfahrclub. Eine gute Übersicht ist über mitfahrverband.org erreichbar.

Damit eine Fahrgemeinschaft auf Dauer funktioniert, sollte man ein paar Punkte beachten. „Die Chemie zwischen den Autoinsassen sollte stimmen“, rät Mecke. Ob das so ist, merkt man in der Regel schnell. Aus Zeit- und Kostengründen sollten die Umwege zum Einsammeln der Mitfahrer kurz sein, oft ist zum Beispiel ein Treffpunkt an einem bestimmten Parkplatz sinnvoll.

Natürlich muss auch die Abrechnung fair sein. „Am einfachsten ist es, wenn jedes Mitglied der Fahrgemeinschaft abwechselnd die anderen mitnimmt“, sagt der Experte. Man kann aber auch die Sprit- und Betriebskosten auf alle Passagiere verteilen und zum Beispiel monatlich abrechnen. Achtung: „Die Kosten dürfen umgelegt werden, man darf aber keinen Gewinn machen“, warnt Mecke. „Denn sonst handelt es sich um gewerbliche Personenbeförderung, für die man einen Personenbeförderungsschein braucht.“

Bei einer Fahrgemeinschaft dürfen übrigens alle Beteiligten jeweils die volle Pendlerpauschale ganz normal von der Steuer absetzen. Mehr über die Regeln für die Penderpauschale gibt es auf aktiv-online.de.