Ausmisten im Keller, Kinderzimmer oder Kleiderschrank: Da finden sich oft Dinge, die zum Wegwerfen oder Verschenken einfach viel zu schade sind. Bei Ebay bekommt man dafür mehr als auf dem Flohmarkt – und man hat weniger Aufwand. „Für Privatverkäufe ist Ebay nach wie vor die bevorzugte Plattform“, erklärt Mark Steier. Er betreibt in Zweibrücken mit wortfilter ein auf das Thema spezialisiertes Info-Portal und hat viele Jahre selbst Autoteile bei Ebay verkauft.

Tipp 1: Checken ob sich überhaupt ein Käufer findet

Viele stellen sich die Frage: Wann ist es überhaupt sinnvoll, Zeit ins Online-Verhökern zu investieren? Welche Sachen gehen gut weg – und bei welchen Dingen hat man nur Arbeit, aber keinen Erfolg? „Mode ist zum Beispiel schwierig“, sagt Steier, „Aber: Markenkleidung bringt gutes Geld. Für altes Geschirr oder einfache Küchengeräte lohnt es sich meist nicht.“

Weiß man, wie ein Produkt genau heißt, kann man bei Ebay rasch checken, ob es noch etwas wert ist – und ob überhaupt irgendjemand so etwas haben will: In der erweiterten Suche klickt man dazu „verkaufte Artikel“ beziehungsweise „beendete Angebote“ an.

Ob sich der Aufwand lohnt, kann man nur einschätzen, wenn man die Kosten kennt: Hat man mit dem Verkauf per Auktion oder Fixpreis-Angebot Erfolg, kassiert man das erzielte Geld. Aber: Ebay fordert dann natürlich auch Gebühren. Die Verkaufsprovision beträgt einheitlich 10 Prozent des Verkaufspreises ohne Verpackung und Versand (maximal aber 199 Euro).

Das reine Anbieten ist dagegen für Privatleute meist gratis. Für die ersten 300 Angebote pro Monat fallen keine Angebotsgebühren an - unabhängig von Angebotsdauer oder Angebotsformat. Ausgenommen sind aber ein paar Kategorien – und für Zusatzoptionen wie ein höheres Startgebot, ein XXL-Foto etc. zahlt man extra.

Tipp 2: Beim Käufer Vertrauen schaffen

Der Experte rät dazu, sich beim Bezahldienst paypal.de anzumelden – zumindest, wenn man regelmäßig etwas bei Ebay verkaufen will. Denn Paypal bietet Käufern Schutz: „Das schafft Vertrauen in das Angebot und erhöht so die Chance, dass potentielle Käufer auch wirklich mitbieten.“

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Tipp 3: Fotos des Artikels unbedingt selbst aufnehmen!

Enorm wichtig für einen erfolgreichen Verkauf sind aussagekräftige Fotos. Diese sollten mit einer Digitalkamera oder dem Smartphone möglichst scharf aufgenommen werden. Den Artikel dabei vernünftig ausleuchten und vor einem neutralen Hintergrund positionieren. Bilder aus dem Web oder von anderen Auktionen zu klauen, ist absolut tabu: „Das ist eine Urheberrechtsverletzung, es drohen teure Abmahnungen“, warnt Steier.

Tipp 4: Wer ein Angebot macht, sollte immer ehrlich sein

Bei der Zustandsbeschreibung ist Ehrlichkeit ganz wichtig. „Geben Sie Mängel immer genau an“, rät der Experte. Wichtig zu wissen: Nach dem Gesetz müssen auch Privatverkäufer für einwandfreie Ware einstehen! Aber: Bei Privatverkäufen sind abweichende Vereinbarungen zulässig. Es kommt eben darauf an, was der Verkäufer anbietet und worauf sich der Käufer einlässt.

Die Formulierung: „Der Verkauf erfolgt unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung“ sollte daher bei jedem Angebot aus privater Hand stehen. Die ist eindeutig und damit gerichtsfest. Wer unklar oder missverständlich formuliert, trägt sonst die volle gesetzliche Sachmangelhaftung. Bedeutet: Der Verkäufer ist dann zwei Jahre ab Lieferung dafür verantwortlich, dass die Ware genauso gut ist wie es der Käufer aufgrund der Artikelbeschreibung erwarten darf.

Tipp 5: Mit dem richtigen Startpreis anbieten

Als Startpreis einer Auktion kann man zwar 1 Euro ansetzen – bei Omas wuchtigem Ölbild eines bekannten Malers ist das beispielsweise aber nicht sinnvoll. Um nicht zu riskieren, solche Ware am Ende für 1 Euro versenden zu müssen, kann man einfach einen höheren Startpreis ansetzen, zum Beispiel zwei Drittel des vermuteten Wertes als Mindestgebot der Auktion. Oder aber für die Auktion einen Mindestpreis vorgeben, den Bieter nicht zu sehen bekommen, das kostet allerdings Extra-Gebühren. Und nicht zuletzt kann man auch gleich einen Festpreis verlangen und diesen, wenn niemand kauft, Schritt für Schritt senken.

Tipp 6: Die richtige Zeit für das Auktionsende wählen

Beim Einstellen darauf achten, wann die Auktion endet. Die Startzeit korrespondiert normalerweise mit der Endzeit. Heißt: Wenn ein Artikel um 21 Uhr eingestellt wird, endet die Auktion auch um 21 Uhr. „Die besten Start- und Endzeitpunkte sind mittags, weil viele dann im Büro surfen, und in den Abendstunden bis 20.15 Uhr“, erklärt Experte Steier.

Auch bei Wochentagen seien Unterschiede erkennbar – die meisten Bieter gebe es an Sonn- und Montagen: „Diese Tage sollte man mit der Auktionslaufzeit möglichst abdecken.“

Tipp 7: Fragen beantworten, zügig versenden

Während die Auktion läuft, sollte man sich um potenzielle Kunden kümmern: Interessenten können zum Beispiel ergänzende Fragen zum Produkt stellen, die dann jeweils im Mailfach landen.

„Darauf sollte man immer zeitnah und präzise antworten“, so Steier. Hat ein Verkauf geklappt, sollte das Produkt auch sofort nach der Bezahlung versendet werden.

Übrigens: „Wer zu viel zu schnell hintereinander verkauft, wird als gewerblicher Händler eingestuft, ist dann steuerpflichtig und muss weitere Auflagen erfüllen“, warnt  Steier. „Wer also in großem Umfang auf Ebay aktiv werden will, sollte vorab unbedingt seinen Steuerberater kontaktieren.“