Leserfrage

Begräbnis: Wer gilt als „zahlungsfähig“?

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Melanie R. per Facebook: Mein Mann soll als einziger Hinterbliebener 1.800 Euro für die Beerdigung seines Vaters bezahlen, den er gar nicht gekannt hat. Ab wann gilt man da eigentlich als nicht zahlungsfähig?

AKTIV: „Bei der Übernahme von Bestattungskosten geht es laut Gesetz nach der Zumutbarkeit“, erklärt Hubertus Rohlfing, Fachanwalt für Erbrecht in der Kanzlei Kahlert–Padberg (Hamm). Um die Zahlungsfähigkeit zu prüfen, werden die Kriterien für den Sozialhilfebezug angewendet. „Das wird vom Amt immer individuell ausgerechnet“, sagt Rohlfing. Und er weiß: „In der Praxis muss man fast immer zahlen, wenn das Einkommen oberhalb des Sozialhilfeniveaus liegt – die Behörden sind hier erfahrungsgemäß meist sehr hartnäckig.“ Nur in sehr seltenen Fällen muss man trotz ausreichenden Einkommens nicht für die Bestattung aufkommen – etwa, wenn man nachweislich von dem Verstorbenen zu dessen Lebzeiten misshandelt wurde.


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