Leserfrage

Verletztengeld: Luftblase bei den Sozialbeiträgen?

Irene K. aus Velbert: Ich war mehr als sechs Wochen arbeitsunfähig und habe Verletztengeld erhalten. Später wurden mir dann bei der Gehaltsabrechnung überhöhte Sozialbeiträge abgezogen. Auf Nachfrage hieß es, im Zeitraum ohne Entgelt hätte sich eine „Sozialversicherungsluftblase“ gebildet.

AKTIV: So etwas ist selten – aber möglich. Das Verletztengeld, eine kaum bekannte Sozialleistung, bekommen zum Beispiel Mitarbeiter, die wegen eines Arbeitsunfalls längere Zeit ausfallen. Es ist höher als das Krankengeld und wird etwas anders berechnet.

Knifflig wird es, wenn der verletzte Arbeitnehmer zum Beispiel Zuschüsse vom Chef bekommt oder einen Dienstwagen auch während der Zeit als Verletzter nutzt: „Solange diese Zuschüsse beziehungsweise Sachbezüge und das Verletztengeld nicht höher sind als das letzte Netto, bleiben sie beitragsfrei“, sagt Michael Bernatek vom AOKBundesverband. Sonst aber muss aufgrund der Arbeitgeberleistung Beitrag zur Sozialversicherung abgeführt werden. „Dabei geht der Betrieb in Vorkasse – es gibt ja zeitweise keinen Lohn, von dem die Arbeitnehmerbeiträge einbehalten werden könnten.“

Und darum darf die Firma diese Beiträge dann vom nächsten Lohn des gesundeten Mitarbeiters zusätzlich einbehalten.


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