Leserfrage

Todesfall: Abheben nur mit Erbschein?

Jürgen P. aus Glauchau: Meine Schwester und ich waren für das Konto unserer Mutter unterschriftsberechtigt. Als wir der Volksbank mitteilten, dass unsere Mutter tot ist, wurde sofort die Karte eingezogen, wir haben kein Geld mehr bekommen. Mussten zuerst dreimal aufs Gericht wegen des Erbscheins, der ja viel Geld kostet. Können wir jetzt noch etwas dagegen tun?

AKTIV: Die Bank hat sich nicht ungebührlich verhalten – sie kann ja nicht prüfen, ob ein Testament vorhanden ist und ob es noch weitere Erben gibt. So erklärt es Jan Bittler, Fachanwalt für Erbrecht und Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge. Er hat folgende Tipps für die Praxis:

Erteilt man (zum Beispiel den Kindern) eine „Vollmacht über den Tod hinaus“ auf dem entsprechenden Formular der Bank, können die Bevollmächtigten auch nach dem Todesfall weiter abheben. Aber Vorsicht, warnt Bittler: „So eine Vollmacht macht einen natürlich nicht zum Erben! Ein Bevollmächtigter, der abhebt, was ihm gar nicht zusteht, muss sich dafür dann den Erben gegenüber verantworten.“

Anstelle des Erbscheins akzeptieren Banken ein „notarielles Testament“ nebst der Eröffnungsniederschrift des Nachlassgerichts – das kann je nach Fall sogar weniger kosten.


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