Leserfrage

Steuern: Wann ist der Bescheid endgültig?

Udo R. aus Ludwigshafen: Ein Dachausbau wird steuerlich gefördert. Gilt das auch rückwirkend? In meinem Fall geht es ums Jahr 2010, der Bescheid kam Ende 2011. Das Finanzamt sagt: Die Sache sei „geschlossen“, da ich damals keinen Einspruch eingelegt habe. Darf ich die Steuererklärung wegen der neuen Rechtslage nun wieder „öffnen“ lassen?

AKTIV: Grundsätzlich kann, wer Fehler im Steuerbescheid vermutet, nur innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Einspruch beim Finanzamt einlegen. „Mit Ablauf dieser Frist wird der Bescheid bestandskräftig“, sagt Annekathrin Wernsdorf, Steuerexpertin beim Deutschen Steuerberaterverband in Berlin. „Die Abgabenordnung erlaubt Änderungen dann nur noch in ganz bestimmten Fällen.“

Aber selbst dafür gibt es eine zeit­liche Grenze: die sogenannte Festsetzungsverjährung, die in aller Regel nach vier vollständigen Kalenderjahren eintritt – bei einem Steuerbescheid aus dem Jahr 2011 also mit Ablauf des Jahres 2015. „Änderungen sind danach nicht mehr möglich“, betont Wernsdorf, „diese Regelung soll zum Rechtsfrieden beitragen.“


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