Leserfrage

Schüler-Job: Was können Kinder unterschreiben?

Klassischer Job für Schüler: Blättchen verteilen. Foto: Fotolia

Peter K. aus Lörrach: Mein Sohn trägt das Wochenblatt aus. Nun hat die Zustellagentur ihn aufgefordert, zu unterschreiben, dass er weder Adressen auf der „Stoppliste“ beliefern wird noch Briefkästen, auf denen zum Beispiel „kein Wochenblatt“ steht. Kann denn ein Jugendlicher belangt werden, wenn er eine Zeitung falsch einwirft?

AKTIV: Im Prinzip – ja. Das hat uns der Kölner Allgemeinanwalt Harald Rotter erklärt. Nach außen hin haftet zwar zunächst der Betrieb für Fehler, die ein Mitarbeiter macht. Der Arbeitgeber kann dann aber oft vom Mitarbeiter Schadenersatz fordern. Wobei dieser, vereinfacht erklärt, nicht für leichte Fahrlässigkeit haftet – wohl aber für grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz. Ist nun zum Beispiel das „Stopp-Schild“ auf einem Briefkasten nicht zu übersehen, wäre das Einwerfen des Wochenblatts grob fahrlässig. Die Unterschrift unter der entsprechenden Belehrung darf die Agentur einfordern.

Nun ist ein Jugendlicher zwischen 7 und 18 Jahren zwar eigentlich nur beschränkt geschäftsfähig. Nimmt er jedoch mit Erlaubnis der Eltern einen Job an, so ist er in diesem Job voll geschäftsfähig! Das steht so im Gesetz. Wenn Junior also irgendwelche Erklärungen im Job unterschreibt, kann er sich nicht hinterher auf fehlende Geschäftsfähigkeit berufen.


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