Leserfrage

Nasenpiercing: Wer haftet, wenn da was schiefgeht?

Foto: Plainpicture

Bärbel K. aus Amtsberg: Meine Tochter hat sich ein Piercing stechen lassen. Nach vier Wochen wurde der Ring gesteckt. Allerdings war die Nase entzündet, meine Tochter ließ die Mitarbeiterin aber machen. Später hielt sie es vor Schmerzen nicht mehr aus und ging in ein anderes Studio, dort musste ein medizinischer Eingriff gemacht werden. Können wir unsere Kosten vom ersten Studio zurückverlangen?

AKTIV: Ein Piercing-Studio haftet, wenn ein Mitarbeiter zum Beispiel falsch gestochen oder ein Schmuckstück zu früh eingesetzt hat: Dann muss es den Preis fürs Stechen zurückerstatten und eventuelle Folgekosten bezahlen, außerdem vermutlich sogar Schmerzensgeld. „So weit jedenfalls die Theorie“, erklärt der Kölner Allgemeinanwalt Harald Rotter. „Aber in der juristischen Praxis müsste man ja beweisen können, dass zum Beispiel eine Entzündung nur deshalb entstanden ist, weil Fehler gemacht worden sind. Oder dass das Studio den Ring tatsächlich bei erkennbar entzündeter Nase eingesetzt hat.“

Häufig wird dann auch Aussage gegen Aussage stehen. Ganz allgemein hält Rotter daher die Erfolgsaussichten eines Rechtsstreits in solchen Fällen für „sehr zweifelhaft“.


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Schlagwörter: Recht Lifestyle

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