Leserfrage

Minijob: Tatsächlich steuerfrei?

Andreas K. per Online-Kontaktformular: Sie schreiben, dass ein Minijob für Teilzeitkräfte lukrativ sei, weil man „nebenher“ 450 Euro brutto für netto verdienen könne, man müsse nur vorher den Teilzeit-Arbeitgeber um Erlaubnis fragen. Ist es nicht vielmehr so, dass der Minijob-Verdienst steuerlich auf den Teilzeit-Verdienst aufgerechnet würde und beide Jobs gemeinsam versteuert werden würden?

AKTIV: Nein, mit dieser Vermutung liegen Sie falsch. Ein Irrtum, der aber durchaus öfter vorkommt, wie uns die Minijob-Zen­trale bestätigt.

Der erste Minijob – zum Beispiel neben einer nicht geringfügigen Teilzeit-Tätigkeit – bleibt für den Mitarbeiter grundsätzlich steuer- und sozialabgabenfrei, mit Ausnahme der in unserem Artikel erklärten „abwählbaren“ Rentenversicherungspflicht. Es werden also nicht irgendwann hinterher doch noch Steuern für den 450-Euro-Job fällig. Die Steuerpflicht übernimmt nämlich in aller Regel der Arbeitgeber, oft in Form einer Pauschsteuer in Höhe von 2 Prozent. Entsprechend darf aber der Beschäftigte seine Aufwendungen für den ersten Minijob wie etwa Fahrtkosten auch nicht als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen.

Achtung: Sobald man noch einen zweiten Minijob antritt, gelten andere Regeln.


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