Leserbriefe

Mini-Einkommen trotz langem Arbeitsleben

Armutsdebatte: „Die Ungleichheit wird überschätzt“, sagte der ­Berliner Politologe Professor Klaus Schroeder im großen AKTIV-­Interview.

Leider kann ich die Meinung von Professor Schroeder nicht teilen. In unserer Umgebung kommen jeden Monat bestimmt zehn Personen dazu, die nach Prüfung ihres Einkommens berechtigt sind, bei der Tafel einzukaufen. Für mich ein Zeichen, dass viele durch die Statistik fallen.

Dazu kommt die Dunkelziffer, viele ältere Menschen melden sich gar nicht und leben weit unter dem Existenzminimum. Oder sie werden von ihren Verwandten unterstützt. Ich kenne leider mehr als genug dieser Menschen, die oft ein Leben lang gearbeitet haben und jetzt mit einem Minimum auskommen müssen.

Rainer Dölker,
per E-mail

Fehler ohne Folgen

Der Vergleich der Spitzenverdiener aus der Wirtschaft mit Fußballspielern hinkt doch gewaltig. Ein Leistungssportler hat nur eine begrenzte Zeit, um Geld zu verdienen und trägt dazu noch ein erhebliches Verletzungsrisiko. Nach den Skandalen in der Wirtschaft, angefangen bei Mannesmann über Deutsche Bank, Karstadt und zuletzt VW hat man doch den Eindruck, dass Manager risikolos ­Fehler machen dürfen!

Edeltraud Nuding,
per E-Mail

Herkunft und Glück entscheiden mit

Herr Schroeder sollte mal das Einkommen einer alleinerziehenden Mutter und das eines Unternehmers gegenüberstellen. Beide müssen für ihr Gehalt etwa gleich viel arbeiten. Der Unternehmer verdient aber ein Vielfaches. Und: Natürlich ist Bildung der Schlüssel zum Aufstieg. Aber oft wird in der Debatte vergessen, dass nicht jeder zum Unternehmer geboren ist. Soziale Herkunft und vor allem Glück sind viel ausschlaggebender für beruflichen Erfolg.

Olaf Perau,
29525 Uelzen


Mehr zum Thema:

Alles nur Panikmache? Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland, die oft kritisiert wird, gebe es gar nicht – das betont der renommierte Berliner Professor im Interview mit AKTIV. Wie er das meint, lesen Sie hier.

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