Leserbriefe

Lasst Freiwillige ran!

Angesichts des Flüchtlingsdramas drängt die Wirtschaft auf Reformen: Asylbewerber sollen schneller arbeiten dürfen.

Es ist völlig richtig, dass Asylbewerbern rasch die Möglichkeit geboten werden soll, zu arbeiten. Aber noch etwas muss sich ändern: Ich bin selbst zeitweise in der Flüchtlingshilfe tätig und muss erfahren, wie überlastet die zuständigen Stellen sind. Doch noch von keiner Seite wurde gefordert, dass Freiwillige auch bei der Adminis­tration und Bearbeitung von Anträgen helfen sollen. Qualifizierte Helfer dürfen Kleider sortieren, Tee ausschenken oder Sprachkurse geben. Das ist ja auch okay. Aber könnte man nicht auch unserer Flüchtlingsadministration unter die Arme greifen? Oder ist das nicht gewollt?

Hans J. Seeger,
Karlsruhe

Kaum Fachleute unter den Flüchtlingen

Aus meiner Sicht ist der von Ihnen propagierte Fachkräftemangel, den Flüchtlinge nun lindern sollen, reine Lobbyarbeit im Sinne der Arbeitgeber. Im Tarifgebiet Nordost gibt es vielleicht einen geringen Mangel an hoch spezialisierten Arbeitskräften. Aber die dort gesuchten Fachleute werden Sie kaum unter den Flüchtlingen finden.

Marco Schütte,
per E-Mail

Endstation Billig-Job

Die Flüchtlinge kommen mehrheitlich aus einer anderen Kultur, sie denken anders, sie glauben anders, und sie haben zumeist auch keine vergleichbare Berufsausbildung. Das heißt: Sie werden am Ende womöglich in Billig-Jobs mit Hungerlöhnen landen.

Dietmar Bloch,
76646 Bruchsal


Mehr zum Thema:

Führende Wirtschaftsvertreter sehen im Ansturm von Asylbewerbern eine Chance für den Arbeitsmarkt. Im Vorfeld des Bund-Länder-Gipfels am 24. September drängen sie die Poltik zu Reformen: Flüchtlinge sollen schneller für sich selbst sorgen können.

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