Leserfrage

Kündigung: Welche Frist gilt ohne Vertrag?

Hand drauf: Auch Arbeitsverträge können mündlich abgeschlossen werden. Foto: Fotolia

Alexander G. aus Straubing: Meine Frau ist Arzthelferin. Sie wurde nach der Ausbildung übernommen, hatte aber nie einen schriftlichen Arbeitsvertrag. Jetzt ist ihr Chef plötzlich verstorben, eine andere Ärztin führt die Praxis weiter. Mit welcher Frist kann meine Frau da rauskommen?

AKTIV: Zunächst ist wichtig, dass ein Arbeitsverhältnis normalerweise durch den Tod des Arbeitgebers nicht etwa beendet wird: Es geht „im Wege der Gesamtrechtsnachfolge“ auf den oder die Erben über. Das hat uns Hubertus Rohlfing erklärt, Fachanwalt für Erbrecht in Hamm. Es gelten also weiterhin die normalen Kündigungsregeln.

Und im Falle eines nur mündlich geschlossenen Arbeitsvertrags kann sich der Arbeitnehmer kurzfristig verabschieden, wie Michael Eckert betont, Fach­anwalt für Arbeitsrecht in Heidelberg: „Es gilt dann die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.“

Diese Vier-Wochen-Frist gilt übrigens auch, wenn in einem schriftlichen Arbeitsvertrag nichts anderes geregelt ist.


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Schlagwörter: Recht Arbeitsmarkt

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