Leserfrage

Immobilie: Für 1 Euro an die Kinder verkaufen?

Foto: panthermedia

Benjamin G. aus Berlin: Kann man der Erbschaftsteuer bei Vererbung von Immobilien entgehen, indem man diese Immobilien an seine Kinder für einen obligatorischen Euro verkauft?

AKTIV: Nein, das klappt nicht. Den Grund erklärt Anwalt Jan Bittler, Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge: „Das Finanzamt wird bei Grundstücksverkäufen automatisch informiert.“ Es prüft die Sache, setzt eine auffällige Differenz zwischen dem Wert der Immobilie und dem Kaufpreis als Schenkung an und erhebt gegebenenfalls Schenkungssteuer.
Steuerlich werden Erbfälle und Schenkungen bei uns im Prinzip gleich behandelt. „Für Familienangehörige gelten jedoch sehr hohe Freibeträge“, betont Bittler. Jedes Kind darf pro Elternteil 400.000 Euro steuerfrei erben, der Ehepartner hat einen Freibetrag von 500.000 Euro. Und bei Schenkungen gelten die Freibeträge alle zehn Jahre: Beide Eltern zusammen könnten also jedem Kind alle zehn Jahre eine Immobilie – oder anderes Vermögen – im Wert von 800.000 Euro steuerfrei schenken. Obendrein bleibt das Eigenheim im Erbfall oft steuerfrei (auf aktiv-online.de/familienheim wird das genauer erklärt).


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