Leserfrage

Grunderwerbsteuer: Will der Fiskus zu viel?

Manfred G. aus Memmingen: Wir haben 1995 ein Haus auf einem Erbbaugrundstück gekauft und regelmäßig den Erbbauzins gezahlt. Jetzt haben wir auch das Grundstück gekauft. Dass auf den Kaufpreis Steuer zu bezahlen ist, war klar. Nach dem Bescheid sollen wir aber auch Grunderwerbsteuer bezahlen auf die Summe, die bis zum Ende der Laufzeit des Erbpachtvertrags an Erbbauzins angefallen wäre. Ist das tatsächlich möglich?

AKTIV: Eher nicht. Beim Bundesfinanzhof ist aktuell ein Verfahren (II R 8/14) anhängig zur Frage, wie in solchen Fällen die Bemessungsgrundlage für die Steuer zu errechnen ist – ob nämlich der heutige Gegenwert der künftigen Erbbauzinszahlungen vom Kaufpreis abgezogen werden darf oder nicht.

„Aber diesen Kapitalwert der Erbbauzinszahlungen sogar zum Kaufpreis zu addieren – das geht normalerweise nicht“, wundert sich Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus & Grund.

Sein Tipp: Einspruch einlegen und einen versierten Steuerberater um Hilfe bitten.

Manfred G. aus Memmingen: Inzwischen ist ein korrigierter Steuerbescheid gekommen, in dem die betreffende Summe tatsächlich vom Kaufpreis abgezogen worden ist und nicht dazu addiert. Somit bekomme ich über den zu viel entrichteten Betrag einen Verrechnungsscheck zugeschickt. Nochmals vielen Dank!


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