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Leserfrage

Forward-Darlehen: Wann kann man kostenfrei kündigen?

Foto: Roth

Martina S. aus Laupheim: 2015 habe ich in AKTIV gelesen, dass man ein Forward-Darlehen bei der gleichen Bank schon zehn Jahre nach dem Vertragsabschluss kündigen kann. Ich wollte heute eine Umschuldung machen lassen – aber meine Bank sagt, dass diese Zehn-Jahres-Frist erst mit der Auszahlung des Geldes beginnt. Was ist jetzt richtig?

AKTIV: In Paragraf 489 des Bürgerlichen Gesetzbuchs heißt es: „Wird nach dem Empfang des Darlehens eine neue Vereinbarung über die Zeit der Rückzahlung oder den Sollzinssatz getroffen“, dann gilt der Zeitpunkt dieser Vereinbarung. Die zehn Jahre beginnen also offenbar mit der Unterschrift des Kunden unter ein Forward-Darlehen bei seiner bisherigen Bank.

Manche Kreditinstitute sehen das allerdings anders: Die Zehn-Jahres-Frist beginne doch erst mit dem Wirksamwerden der neuen Zinsvereinbarung, meinen sie. Es hat deswegen schon einige Prozesse gegeben. Nach Angabe der Berliner Kanzlei Gansel Rechtsanwälte hat dabei meistens – nicht immer – der Kunde gewonnen, etwa vor dem Oberlandesgericht München (24.4.2017, 19 U 4269/16). Für Klarheit dürfte der Bundesgerichtshof sorgen, bei dem dieser Fall jetzt anhängig ist (XI ZR 328/17). Die Kanzlei Gansel erklärt dazu: „Es ist zu erwarten, dass der Bundesgerichtshof zugunsten der Darlehensnehmer entscheidet – alles andere wäre sehr überraschend.“


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