Leserfrage

Elternunterhalt: Was gilt da für Schwiegerkinder?

Pflege: Für Angehörige oft auch eine finanzielle Last. Foto: Fotolia

Marcus W. aus dem Kreis Coesfeld: Ihren Artikel „Wer muss für die Eltern Unterhalt zahlen?“ habe ich mit Interesse gelesen. Eine Frage brennt mir unter den Nägeln: Sind Schwiegersöhne und -töchter auch davon betroffen? Oder ist nur in der direkten Linie zu zahlen?

AKTIV: Unterhaltspflicht besteht nur in direkter Linie, also von den Eltern zu den Kindern und umgekehrt. In der Praxis heißt das aber nicht, dass Schwiegerkinder außen vor bleiben, wenn das Sozialamt Heimkosten einfordert! Es gibt nämlich eine „indirekte Haftung“ des Schwiegerkindes.

Die Berliner Fachanwältin für Familienrecht Eva Becker erklärt das so: „Bei der Einkommensberechnung werden sämtliche Einnahmen beider Ehepartner berücksichtigt, also nicht nur das eigene Einkommen des unterhaltspflichtigen Kindes.“ Vereinfacht formuliert, werden zunächst alle Einnahmen des betroffenen Ehepaares zusammengezählt. Verdient also ein Partner 6.000 Euro und der unterhaltspflichtige Ehepartner 4.000 Euro, ergeben sich 10.000 Euro als Basis für die Berechnung des Elternunterhalts.

„Danach wird es allerdings extrem kompliziert“, so Becker, „weil es zahlreiche Freibeträge und Ähnliches gibt.“ Betroffene sollten sich daher unbedingt juristisch beraten lassen.


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Schlagwörter: Private Finanzen

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